Die automatische Nachfüllarmatur speist bei einem Druckverlust in der geschlossenen Heizungsanlage Leitungswasser ein und füllt das System selbsttätig nach; erreicht der Druck den Sollwert, schließt sie. Müssen Sie an der Kombitherme ständig von Hand Wasser nachfüllen, liegt entweder eine aktive Leckage vor oder es fehlt diese Armatur.
Die Beschwerde „Kombitherme verliert Druck“ in geschlossenen Heizungsanlagen macht vor allem zu Beginn des Winters einen großen Teil unserer Serviceanfragen aus. Sobald die Warnung vor zu niedrigem Druck im Display erscheint, öffnen die meisten Nutzer den Füllhahn und füllen den geschlossenen Heizkreis von Hand nach – und stehen nach wenigen Wochen wieder vor demselben Problem. Dieser Kreislauf führt sowohl zu Komforteinbußen als auch dazu, dass immer wieder sauerstoffhaltiges Ergänzungswasser in die Anlage gelangt und sie schädigt. Die automatische Nachfüllarmatur unterbricht diesen Kreislauf; wird sie jedoch nicht korrekt installiert, birgt sie eigene Risiken. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie eine Nachfüllarmatur funktioniert und was Backflow-Schutz im Rahmen der Norm TS EN 1717 bedeutet.
In diesem Ratgeber finden Sie:
Was Sie in diesem Ratgeber erwartet
- Funktionsprinzip und wesentliche Bauteile der automatischen Nachfüllarmatur
- Rückflussschutz (Backflow) nach TS EN 1717 und warum er zwingend erforderlich ist
- Die tatsächlichen technischen Daten der Caleffi-Nachfüllautomatik 1/2 Zoll mit Filter und Rückschlagventil, PN 16
- Berechnung des Fülldrucks: Formel und Beispielrechnung
- Kriterien für den Vergleich von automatischer und manueller Befüllung
- Grundursachen für ständiges Wassernachfüllen an der Kombitherme und Diagnoseverfahren
- Installationsfehler und die Abgrenzung zum Rückfluss
- Die 5 häufigsten Fehler und Checkliste
01Wie funktioniert die automatische Nachfüllarmatur?
Die Antwort auf die Frage, wie eine Nachfüllarmatur funktioniert, liegt im Membranmechanismus: Diese Armatur wird am Netzanschlusspunkt der geschlossenen Heizungsanlage installiert und hält dank des darin befindlichen, membran- oder kolbenbasierten Druckminderergehäuses den Anlagendruck auf einem festgelegten Wert konstant. Fällt der Anlagendruck unter den Sollwert, der als Druckeinstellung der Kombitherme festgelegt ist, öffnet die Membran und Leitungswasser strömt ein; ist der Solldruck erreicht, schließt die Membran und der Zufluss stoppt.
Das Funktionsprinzip ähnelt dem von Druckminderern; der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Ausgangsdruck, also der Anlagendruck, überwacht wird. Ein Standard-Druckminderer hält den Netzdruck konstant, die Nachfüllarmatur dagegen den Anlagendruck. Der Einstellbereich liegt typischerweise bei 0,2–4 bar. Im Heizkreis einer Kombitherme wird der Druck im kalten Zustand meist auf 1,0–1,5 bar eingestellt; die Armatur schaltet sich zu, wenn der Druck unter die Untergrenze dieses Bereichs fällt. (Details: Wie viel bar Druck muss die Kombitherme haben? Was bedeuten 1 bar, 1.5 bar und 2 bar?)
Damit die Armatur öffnet, muss der Netzdruck mindestens 0,5 bar über dem Anlagensolldruck liegen. Reicht der Netzdruck nicht aus, kann die Armatur nicht automatisch nachfüllen und ein manueller Eingriff ist unvermeidlich. Zur Messung des Netzdrucks ist der Anschluss eines Manometers an die Anlage oder die Beobachtung der vorhandenen Druckanzeigen der richtige Ausgangspunkt. (Details: Wie hoch sollte der Wasserdruck sein? Idealer Netzdruck in Wohnung, Mehrfamilienhaus und Gewerbe)
Wie oft die Armatur öffnet, hängt von der Größe der Leckage oder vom Ausdehnungsgleichgewicht der Anlage ab. In einer gesunden Anlage schaltet sich die Nachfüllarmatur nahezu nie zu; sie nimmt nur kleine Druckkorrekturen vor, wenn sich die Temperatur im Heizraum ändert oder zu Beginn der Heizperiode. Schaltet die Armatur häufig zu, ist das ein Warnsignal: Die Antwort auf die Frage, was zu tun ist, wenn das Heizsystem Druck verliert, lautet immer zuerst, nach einer Leckage zu suchen.
02Warum sind der Rückflussschutz nach TS EN 1717 und die Abgrenzung zum Backflow kritisch?
TS EN 1717 ist die Norm europäischen Ursprungs, die als türkische Norm übernommen wurde und die Trinkwasserinstallation vor Rückfluss, also Backflow, schützt. Die technische Antwort auf die Frage, was Backflow-Schutz ist, lautet: Rückfluss bezeichnet das Eindringen von Heizkreiswasser, Chemikalien oder mikrobiologischen Verunreinigungen in das Trinkwassernetz und die rückwärtige Ausbreitung dieser Verunreinigung im Trinkwassersystem.
Das Wasser im geschlossenen Heizkreis ist eine andere Flüssigkeit als Trinkwasser. Es kann Korrosionsinhibitoren, Kalkschutzchemikalien, Mikroben und Rostpartikel enthalten. Damit diese Flüssigkeit nicht in das Netz gelangt, verlangt TS EN 1717 den Einsatz eines Rückschlagventils (Non-Return-Ventil) oder eines sichereren Trennelements (Disconnect Device), das den Heizkreis vom Netz trennt. Aus diesem Grund werden die meisten automatischen Nachfüllarmaturen vom Hersteller mit integriertem Rückschlagventil ausgelegt; die Norm lässt zwar auch die Montage eines eigenständigen Rückschlagventils zu, die integrierte Lösung ist jedoch sicherer.
Rückfluss entsteht durch zwei unterschiedliche Mechanismen. Der erste Mechanismus ist der Gegendruck (Back Pressure): Steigt der Anlagendruck über den Netzdruck, etwa wenn sich die Pumpe zuschaltet, wird das Heizungswasser in Richtung Netz gedrückt. Dies stellt insbesondere bei Hochdruck-Kesselanlagen und bei Montage in der Nähe des Ausgangs einer Druckerhöhungsanlage ein ernstes Risiko dar. Der zweite Mechanismus ist das Rücksaugen (Back Siphonage): Kommt es im Netz zu einem plötzlichen Druckabfall, etwa wenn ein nahegelegener Löschwasserhahn geöffnet wird oder eine Rohrleitung platzt, kann der atmosphärische Einfluss das Anlagenwasser in das Netz ziehen. TS EN 1717 definiert Schutzklassen für beide Szenarien; die Klassen EA, EB und EC der Rückschlagventile werden entsprechend diesen Szenarien festgelegt.
Nach der Norm werden Heizungsanlagen als Fluid Category 3 eingestuft; für diese Kategorie ist mindestens ein Rückschlagventil der Klasse EA vorgeschrieben. Eine Nachfüllarmatur mit integriertem Rückschlagventil erfüllt diese Anforderung automatisch; ein separates Rückschlagventil muss weder gekauft noch montiert werden. Wird die Einhaltung von TS EN 1717 vernachlässigt, entstehen sowohl ein Gesundheitsrisiko als auch Probleme bei Versicherungsschutz und rechtlicher Haftung. (Details: Was ist ein Sicherheitsventil? Wo werden Sicherheitsventile mit 3 bar, 6 bar und 10 bar eingesetzt?)
03Caleffi-Nachfüllautomatik PN 16: die tatsächlichen technischen Werte
Die Caleffi-Nachfüllautomatik mit Manometer ist eine integrierte professionelle Lösung, die für geschlossene Heizungsanlagen entwickelt wurde. Bei Durchsicht der tatsächlichen technischen Daten von der Produktseite auf pomeka.com lautet die vollständige Bezeichnung des Produkts: Caleffi 1/2 Zoll einstellbare automatische Nachfüllarmatur PN 16 mit Manometeranschluss, Entkalkungsfunktion, Filter und Rückschlagventil.
Die Druckklasse ist PN 16; dieser Wert bedeutet, dass das Produkt einen maximalen Betriebsdruck von bis zu 16 bar aushält und auch in gewerblichen Zentralheizungsanlagen sicher eingesetzt werden kann. Der Einstelldruckbereich beträgt 0,2–4 bar und ermöglicht eine präzise Einstellung sowohl in Fußbodenheizkreisen mit niedrigem Druck als auch in Zentralanlagen hoher Gebäude. Die Anschlussgröße beträgt 1/2 Zoll und ist mit Standard-Heizungsrohren direkt kompatibel. Mit dieser Kombination übernimmt die Caleffi-Nachfüllarmatur mit Filter und Rückschlagventil in einer einzigen Montage sowohl das Befüllen als auch den Rückflussschutz. (Details: https://www.pomeka.com/caleffi-12-manometreli-filtreli-cekvalfli-otomatik-doldurma-unitesi)
Die Caleffi-Nachfüllautomatik mit Manometer verfügt über drei entscheidende integrierte Bauteile. Erstens der Manometeranschluss: Er ermöglicht die momentane Überwachung des Anlagendrucks; Nutzer oder Servicepersonal können den Betriebszustand der Nachfülleinheit und den Anlagendruck jederzeit visuell kontrollieren. Zweitens der Filter: Er hält Sand, Sediment und Fremdpartikel zurück, die mit dem Leitungswasser eintreten; diese Verunreinigungen führen im Füllmechanismus zu Verschleiß und Dichtheitsverlusten. Drittens das Rückschlagventil der Caleffi-Nachfüllarmatur mit Filter: Es stellt den Rückflussschutz nach TS EN 1717 integriert sicher und erfordert keine separate Rückschlagventil-Montage.
Die Entkalkungsfunktion bietet vor allem für Anlagen in Regionen mit hartem Wasser einen entscheidenden Vorteil. Die Wasserhärte des Leitungswassers liegt in Istanbul mit 15–25 °dH hoch; sie lässt Kalk auf der Membran des Druckminderers ausfallen, beeinträchtigt die Einstellgenauigkeit und blockiert die Armatur mit der Zeit. Dieses Problem war in unseren Beobachtungen vor Ort in mehrgeschossigen Gebäuden in Kadıköy und Umgebung ein wiederkehrender Störungsposten; seit 2026 ist der Einsatz von Einheiten mit Entkalkungsfunktion in Anlagen, die in dieser Region installiert werden, Standard. Die Caleffi-Nachfüllautomatik mit Entkalkungsfunktion minimiert dieses Risiko. Innerhalb der Caleffi-Nachfüllarmaturen-Familie 1/2 Zoll ist dieses Produkt die geeignetste Wahl für Regionen mit sehr hartem Leitungswasser wie Istanbul. Alle Caleffi-Nachfüllarmaturen und den Produktvergleich finden Sie auf der Kategorieseite. (Details: https://www.pomeka.com/doldurma-vanalari)
04Wie wird der Fülldruck berechnet? Formel und Beispiel Schritt für Schritt
Die Berechnung des Fülldrucks hängt von der statischen Höhe der Anlage und von der Beziehung zwischen Ausdehnungsgefäß und Nachfüllarmatur, also vom Vordruck des Ausdehnungsgefäßes, ab. Ein falscher Solldruck führt sowohl zu unzureichender Befüllung als auch zu ständigem Abblasen des Sicherheitsventils; diese beiden Probleme erscheinen zwar gegensätzlich, gehen aber auf denselben Fehler zurück.
Die Grundformel lautet: P_Befüllung = P_statisch + P_Sicherheitszuschlag. Der statische Druck ist das Wassersäulenäquivalent der senkrechten Strecke vom Heizraum bis zum höchsten Punkt der Anlage; je 10,2 Meter Höhe entsprechen 1 bar Druck. Der Sicherheitszuschlag beträgt 0,3–0,5 bar. Diese Formel gilt auch für eingeschossige Wohngebäude: Da der Höhenunterschied bei einem eingeschossigen Gebäude 3–4 m beträgt, ergibt sich ein statischer Druck von ca. 0,3–0,4 bar, und zusammen mit dem Sicherheitszuschlag genügt ein Füllsolldruck von 0,6–0,9 bar. Der vom Hersteller der Kombitherme empfohlene Druck im kalten Zustand deckt sich meist mit diesem Bereich und kann zur Gegenprüfung verwendet werden.
Schritt-für-Schritt-Beispielrechnung: In einem fünfgeschossigen Gebäude befinde sich der Heizraum unterhalb des Erdgeschosses, der Heizkörper im obersten Geschoss liege 14 m über der Bezugshöhe. Statischer Druck = 14 geteilt durch 10,2 = 1,37 bar. Addiert man 0,3 bar Sicherheitszuschlag, ergibt sich P_Befüllung = 1,37 + 0,3 = 1,67 bar, also ca. 1,7 bar. Die Armatur wird auf diesen Wert eingestellt. Auch der Vordruck des Ausdehnungsgefäßes muss mit 1,7 bar denselben Wert haben; andernfalls kann der heiße Betriebsdruck über den Ansprechdruck des Sicherheitsventils steigen. (Details: Berechnung des Ausdehnungsgefäßes)
Wichtige Abstandsregel: Der Solldruck der Nachfüllarmatur muss mindestens 0,5 bar unter dem Ansprechdruck des Sicherheitsventils liegen. Öffnet das Sicherheitsventil bei 3 bar, stellen Sie die Nachfüllarmatur auf höchstens 2,5 bar ein. Je kleiner der Abstand zwischen diesen beiden Elementen wird, desto unvermeidlicher bläst das Sicherheitsventil häufig ab; bei jedem Abblasen gehen sowohl Wärme als auch Wasser verloren. (Details: Was ist ein Sicherheitsventil? Wo werden Sicherheitsventile mit 3 bar, 6 bar und 10 bar eingesetzt?)
05Automatische Nachfüllarmatur oder manueller Füllhahn? Der Vergleich
Der manuelle Füllhahn und die automatische Nachfüllarmatur decken zwei unterschiedliche Einsatzszenarien ab; die Auswahl muss nach Anlagentyp und Nutzerprofil erfolgen. Für die Entscheidung sind vier Kriterien gemeinsam zu bewerten.
- Eingriffsmöglichkeiten des Nutzers: Beobachtet der Nutzer die Anlage aus der Nähe, genügt ein manueller Hahn; für aus der Ferne nicht erreichbare Technikräume und für mehrgeschossige Gebäude, in denen ein Eingriff durch die Verwaltung schwierig ist, ist eine automatische Armatur erforderlich
- Risiko der Leckage-Verschleierung: Bei automatischer Befüllung kann eine Leckage wochenlang unbemerkt anhalten; bei manueller Befüllung bemerkt der Nutzer die zunehmende Häufigkeit und ruft den technischen Service
- Integrierte Bauteile: Werden Manometeranschluss, Filter und Rückschlagventil separat beschafft, steigen sowohl die Kosten als auch die Montagezeit; die integrierte Caleffi-Einheit löst diese drei Elemente in einer einzigen Montage
- Einhaltung von TS EN 1717: Bei beiden Optionen ist ein Rückschlagventil zwingend erforderlich; die integrierte Einheit erfüllt diese Anforderung automatisch
Die klare Entscheidung: Für zentrale Anlagen in Mehrfamilienhäusern, für Technikräume, in denen ein Eingriff durch die Verwaltung schwierig ist, für Heizräume mit Kesselkaskade und für Fußbodenheizungssysteme sollte die automatische Nachfüllarmatur gewählt werden; vor der Installation muss jedoch geprüft werden, ob eine Leckage vorliegt. Bevor eine Leckage verschleiert wird, muss ihre Ursache unbedingt gefunden und beseitigt werden. Der manuelle Füllhahn kann in der Regel als Übergangslösung vor dem Umstieg auf die automatische Armatur oder zusätzlich zur automatischen Armatur für Wartungsarbeiten in der Anlage verbleiben; beide Elemente schließen einander nicht aus. Technische Informationen und einen Produktvergleich zur Produktgruppe der Nachfüllarmaturen finden Sie auf unserer Produktseite. (Details: Ventile & Armaturen)
06Die 8 Grundursachen für ständiges Wassernachfüllen an der Kombitherme und das Diagnoseverfahren
Muss an der Kombitherme ständig Wasser nachgefüllt werden, verliert das System Wasser; wird eine Nachfüllarmatur montiert, ohne die Ursache des Verlusts zu finden, wird das Problem verschleiert und der Schaden wächst. Die Antwort auf die Frage, was zu tun ist, wenn das Heizsystem Druck verliert, lautet immer zuerst, die Grundursache der Leckage zu finden.
- Leckage am Sicherheitsventil: Das Ventil ist auf einen zu niedrigen Druck eingestellt oder defekt; bei jedem Heizzyklus lässt es etwas Wasser ab und hinterlässt an der Ansammlungsstelle Kalkspuren
- Beschädigte Membran des Ausdehnungsgefäßes: Das Gefäß erfüllt seine Funktion nicht, der Betriebsdruck übersteigt den Ansprechdruck, das Ventil öffnet und es kommt zu Wasserverlust
- Leckage an Rohr oder Anschluss: Bei Rohren unter dem Fußboden oder in der Wand fällt sie ohne Öffnen einer Revisionsöffnung nicht auf; eine 24-stündige statische Prüfung deckt diesen Verlust auf
- Leckage am Wärmeübertrager des Heizkessels: Ein kleiner Riss vermischt Heizungswasser mit dem Trinkwasserkreis; die Leckage verläuft in Richtung der Druckdifferenz zwischen den beiden Kreisen
- Verschlissene Dichtung am Heizkörperventil: An der Verbindung zwischen Ventilgehäuse und Anschluss tritt tropfenweise Verlust auf; der Druckverlust in der Heizungsanlage entwickelt sich langsam
- Manueller Füllhahn nicht geschlossen: Wird der Hahn versehentlich offen gelassen, steigt der Anlagendruck auf den Netzdruck und das Sicherheitsventil bläst ab
- Sollwert der automatischen Nachfüllarmatur zu hoch eingestellt: Die Armatur bleibt dauerhaft offen, die Anlage arbeitet ständig mit Netzdruck und das Sicherheitsventil bläst ab
- Übermäßiges Ablassen von Wasser beim Entlüften: Wird der Heizkörper-Entlüfter weit geöffnet, tritt auch Wasser aus; der Verlust wird unbemerkt wieder aufgefüllt
Das Diagnoseprotokoll lautet: Schließen Sie alle Wassereinlassarmaturen, lassen Sie die Anlage 24 Stunden unter Druck stehen und protokollieren Sie die Manometerwerte. Fällt der Druck innerhalb von 24 Stunden um mehr als 0,1 bar, liegt eine aktive Leckage vor. Eine Nachfüllarmatur zu montieren, ohne die Leckage zu finden, ist eine unzureichende Maßnahme. Wie Sie das Problem des Druckabfalls an der Kombitherme an der Wurzel lösen, finden Sie in unserem Schwesterartikel. (Details: Warum sinkt der Anlagendruck der Kombitherme? 10 Ursachen für ständigen Wasserverlust und ihre Lösung)
07Einbaulage der Nachfüllarmatur und Wahl des Rohrdurchmessers
Die Einbaulage der Nachfüllarmatur unterliegt den Regeln, die TS EN 1717 und die Herstelleranleitung gemeinsam festlegen. Eine falsche Einbaulage macht sowohl die Armatur als auch den Rückflussschutz funktionslos; dies ist der zweithäufigste Installationsfehler, dem wir im Service begegnen.
Die Armatur wird stets so montiert, dass sie nur eine Strömung vom Netz in Richtung Anlage zulässt. Die Strömungsrichtungspfeile auf dem Gehäuse werden entsprechend dieser Reihenfolge ausgerichtet. Im Rückflussfall, also wenn der Anlagendruck über den Netzdruck steigt, sperrt der integrierte Rückschlagventil-Mechanismus die Strömung und die Einhaltung von TS EN 1717 bleibt gewahrt.
Die Wahl des Rohrdurchmessers ist wichtig und muss nach den DN-Werten erfolgen. Für einen Standard-Heizkreis im Wohngebäude genügt DN15, also 1/2 Zoll; bei kleinen Zentralanlagen wird DN20, also 3/4 Zoll, bevorzugt; in großen Heizräumen kommen DN25 und größer in Betracht. Wird der Durchmesser zu klein gewählt, sinkt die Füllgeschwindigkeit und die Anlage erreicht den erforderlichen Druck zu spät; wird er zu groß gewählt, wird die Strömungsregelung schwieriger. Die Caleffi-Einheit 1/2 Zoll ist für den Anschluss DN15 direkt geeignet. Die Entsprechungen von DN und Zoll finden Sie in unserem Ratgeber zum Rohrdurchmesser. (Details: DN, Zoll und Millimeter – Umrechnungstabelle: 1/2 Zoll, 3/4 Zoll, 1 Zoll, 2 Zoll – wie viele mm?)
Pflicht zu Serviceabsperrungen: Sowohl auf der Eingangs- als auch auf der Ausgangsseite der Nachfüllarmatur muss eine Serviceabsperrung, also ein Kugelhahn, montiert werden. Ohne Schließen dieser Armaturen kann die Armatur nicht ausgebaut werden; für Wartung oder Austausch müsste die gesamte Anlage entleert werden. In der Installationspraxis des Jahres 2026 gilt diese Anforderung bei allen Neuinstallationen von Heizungsanlagen als Standard.
08Funktion von integriertem Filter und Manometer und Wartungsintervall
Der integrierte Filter ist das wichtigste Serviceteil der Nachfülleinheit. Leitungswasser kann Sand, Ton, Rost und Kalkpartikel enthalten; diese Stoffe können sich an den empfindlichen Düsen des Füllmechanismus festsetzen und die Armatur blockieren oder dauerhaft offen halten. Der Filter, der die Funktion eines Schmutzfängers erfüllt, verhindert dieses Risiko. (Details: Was ist ein Schmutzfänger? Wo und warum wird ein Y-Schmutzfänger eingesetzt?)
Das Reinigungsintervall des Filters hängt von der Qualität des Leitungswassers ab. Für das Leitungswasser in Istanbul genügt eine Kontrolle des Filterelements einmal pro Jahr; in der ersten Wintersaison nach Abschluss der Bauarbeiten wird jedoch empfohlen, innerhalb weniger Monate zu kontrollieren. Ein Filter, dessen Wartung ausgelassen wird, gefährdet sowohl die Armatur als auch die vorgelagerten Anlagenbauteile.
Das integrierte Manometer ermöglicht die momentane visuelle Verfolgung des Anlagendrucks. Der Unterschied zum Manometer der Kombitherme in der Kombination besteht darin, dass sich der Ablesepunkt unmittelbar am Ausgang der Nachfüllarmatur befindet; so lässt sich ein lokaler Druckunterschied beobachten und die Häufigkeit der Nachfüllungen verfolgen. Der Manometeranschluss erlaubt auch die Montage eines externen Manometers; dies ist besonders bei Zentralanlagen nützlich, wenn eine Kalibrierung erforderlich ist. Im Interesse der Messzuverlässigkeit wird die Verwendung eines nach EN 837-1 kalibrierten Manometers empfohlen. Den Ratgeber zu Auswahl und Kalibrierung von Manometern finden Sie in dem entsprechenden Artikel. (Details: Wie wählt man ein Manometer aus? Unterschiede zwischen 0–6, 0–10 und 0–16 bar)
09In welchen Anlagen ist eine automatische Nachfüllarmatur zwingend erforderlich?
Eine automatische Nachfüllarmatur ist in geschlossenen Warmwasser-Heizungsanlagen im Geltungsbereich von TS EN 12828 rechtlich nicht vorgeschrieben; für bestimmte Anwendungstypen wird sie jedoch faktisch zur Pflicht, und der Stand der ingenieurtechnischen Praxis entwickelt sich in diese Richtung.
- Zentralheizung in mehrgeschossigen Gebäuden: Systeme, die ohne Eingriff der Verwaltung funktionieren müssen, sind mit manueller Befüllung nicht zu betreiben; fällt der Druck nachts ab, steht die Heizung bis zum Morgen
- Fußbodenheizungssysteme: Durch die Sauerstoffdiffusion von Polyethylenrohren kann es zu kleinen Wasserverlusten kommen; die Armatur gleicht diesen Verlust aus und hält den Druck konstant
- Kesselkaskadensysteme: In Systemen mit mehreren Kesseln ist das Druckmanagement kritisch, die Zeit bis zum manuellen Eingriff lang
- Brennwertkessel: Bei diesen Kesseln, die mit niedriger Vorlauftemperatur arbeiten, ist die Ausdehnung geringer, daher sind die Druckänderungen ausgeprägter
- Aus der Ferne nicht erreichbare Technikräume: Technikräume im Bereich über abgehängten Decken, in geschlossenen Geschosshohlräumen oder im Keller
- Solarthermische Warmwassersysteme: Im Solarkreis wiederholt sich die Druckänderung im Tagesverlauf, ein manueller Eingriff ist nicht praktikabel
Für diese Anlagen sind Nachfüllarmaturen aus den Lagerbeständen von Pomeka lieferbar; zur technischen Beratung führt unser Ingenieurteam die Berechnung von Leistung und Anschlussgröße gemeinsam mit Ihnen durch. (Details: Installationstechnik)
10Das Risiko der Leckage-Verschleierung durch die automatische Nachfüllarmatur und seine Handhabung
Der größte Nachteil der automatischen Nachfüllarmatur ist, dass sie eine aktive Leckage verschleiert. Bei manueller Befüllung bemerkt der Nutzer die zunehmende Häufigkeit und ruft den technischen Service; bei automatischer Befüllung kann der Wasserverlust wochenlang unbemerkt anhalten und der Druckverlust in der Heizungsanlage wird chronisch.
Das Verschleierungsrisiko lässt sich auf drei Wegen steuern. Der erste Weg ist der Anschluss eines Wasserzählers an die Armatur; der Zähler erfasst die durchgeflossene Wassermenge und löst Alarm aus, wenn der aufsummierte Wert innerhalb weniger Wochen ein anormales Niveau erreicht. Der zweite Weg ist der Einsatz einer intelligenten Nachfüllarmatur; einige moderne Produkte protokollieren Anzahl und Dauer der Nachfüllungen. Der dritte Weg ist die jährliche Dichtheitsprüfung: Zu Beginn jeder Heizperiode werden alle Zuleitungen geschlossen und eine 24-stündige statische Druckprüfung durchgeführt. Weitere Informationen zum Problem des Druckabfalls an der Kombitherme finden Sie im folgenden Schwesterartikel. (Details: Warum sinkt der Anlagendruck der Kombitherme? 10 Ursachen für ständigen Wasserverlust und ihre Lösung)
Die Verschleierung einer Leckage erhöht zugleich das Korrosionsrisiko der Anlage. Bei jedem Ergänzungszyklus gelangt frisches, sauerstoffhaltiges Wasser aus dem Netz in das System; dieser Sauerstoff beschleunigt die Korrosion an Eisen- und Stahlbauteilen. Ein Magnetfilter oder Schlammabscheider verringert dieses Risiko teilweise. (Details: Was ist ein Abscheider? Unterschiede zwischen Luftabscheider, Schlammabscheider und hydraulischer Weiche)
11Das Zusammenspiel von Nachfüllarmatur und Ausdehnungsgefäß
Das Zusammenspiel von Ausdehnungsgefäß und Nachfüllarmatur bezeichnet die Abstimmung zwischen den beiden wichtigsten Sicherheitselementen der Anlage; fällt eines von beiden aus, wird das andere übermäßig belastet.
Das Ausdehnungsgefäß befindet sich im Kreis, um die Volumenausdehnung des Wassers bei steigender Heizwassertemperatur aufzunehmen. Rund 4 Prozent des Volumens von kaltem Wasser dehnen sich im Bereich von 20–80 °C aus; nimmt das Gefäß diese Ausdehnung nicht auf, übersteigt der Druck den Ansprechdruck des Sicherheitsventils. Die Nachfüllarmatur muss auf einen Solldruck eingestellt werden, der zum Vordruck des Gefäßes passt. (Details: Wie wählt man ein Ausdehnungsgefäß aus? Wo kommen Gefäße mit 24, 50, 100, 200 und 500 Litern zum Einsatz?)
Wird eine Nachfüllarmatur bei beschädigter Membran des Ausdehnungsgefäßes installiert, ersetzt sie jedes Mal, wenn das Ventil öffnet, das aus dem Kreis abgeflossene Wasser fortlaufend; dieser Kreislauf schädigt die Anlagenbauteile und erhöht den Wasserverbrauch. Vor der Installation der Nachfüllarmatur müssen Vordruck und Membranzustand des Ausdehnungsgefäßes geprüft werden. Wie Sie einen Membranschaden feststellen und was zu tun ist, erfahren Sie im entsprechenden Ratgeber. (Details: Was passiert, wenn die Membran des Ausdehnungsgefäßes platzt? Symptome und Lösung)
12Technische Parameter bei der Auswahl der Nachfüllarmatur: DN, PN und Einstellbereich
Die Auswahl der Nachfüllarmatur erfolgt anhand von fünf technischen Parametern. Werden diese Parameter falsch gewählt, überfüllt die Armatur entweder die Anlage und schädigt sie oder sie kann keine ausreichende Befüllung gewährleisten.
- Anschlussdurchmesser: DN15, also 1/2 Zoll, ist für Wohngebäude geeignet, DN20, also 3/4 Zoll, für kleine Zentralanlagen, DN25 und größer für große Heizräume
- Druckklasse: PN10 ist für ein einzelnes Wohngebäude technisch ausreichend, PN16 ist der Standard für alle gewerblichen Anwendungen; die Caleffi-Einheit PN 16 deckt ein breites Einsatzspektrum ab
- Einstellbereich: Der Bereich von 0,2–4 bar deckt Wohngebäude und kleine gewerbliche Anlagen vollständig ab; für Drücke über 4 bar ist eine andere Produktklasse erforderlich
- Integrierte Bauteile: Werden Manometer, Filter und Rückschlagventil separat beschafft, steigen Kosten und Montagezeit; die integrierte Einheit senkt die Gesamtbetriebskosten
- Kalkbeständigkeit: In Regionen mit hartem Wasser senkt ein Mechanismus mit Entkalkungsfunktion die langfristigen Wartungskosten deutlich
Bei der Auswahl ist auch die Druckklasse der Anlage zu berücksichtigen. Den Unterschied zwischen PN10 und PN16 sowie die weiteren PN-Werte finden Sie in unserem technischen Ratgeber. (Details: Was sind PN10, PN16, PN25 und PN40? Wie wählt man die PN-Klasse bei Ventilen, Flanschen und Rohren aus?)
13Wie unterscheidet sich die automatische Nachfüllarmatur in Brennwertkessel-Anlagen?
Brennwertkessel arbeiten mit einer Vorlauftemperatur von 40–55 °C und einer Rücklauftemperatur von 30–40 °C; dieses niedrige Temperaturniveau verringert die thermische Ausdehnung in der Anlage. Nimmt die Ausdehnung ab, verläuft der Anlagendruck stabiler und die Zuschalthäufigkeit der Nachfüllarmatur sinkt deutlich. Das ist zugleich Vorteil und Indikator: Schaltet sich die Nachfüllarmatur in einer Brennwertkessel-Anlage häufig zu, liegt eine echte Leckage oder ein Problem am Ausdehnungsgefäß vor. (Details: Was ist ein Brennwertkessel? Wie viel effizienter ist er als ein konventioneller Heizkessel?)
In Brennwertkessel-Anlagen wird die Druckeinstellung der Kombitherme in einem engeren Bereich gehalten. Der typische Betriebsdruck wird mit 1,0–1,5 bar im kalten und 1,5–2,0 bar im heißen Zustand geplant. Diese Werte liegen ca. 0,5 bar niedriger als bei klassischen Kesseln; daher müssen die Dimensionierung des Ausdehnungsgefäßes und der Solldruck der Nachfüllarmatur gemeinsam neu bewertet werden. Zur Markenauswahl und zum technischen Vergleich von Brennwertkesseln finden Sie Informationen im entsprechenden Ratgeber. (Details: Buderus, Viessmann oder ECA? Brennwertkessel-Marken im Vergleich)
14Dimensionierung der Nachfüllarmatur in Kaskaden- und Zentralheizungsanlagen
Kesselkaskaden-Systeme sind Systeme, in denen statt eines einzelnen großen Kessels mehrere kleinere Kessel in Reihe oder parallel geschaltet sind. Bei diesen Systemen erfordert die Dimensionierung der Nachfüllarmatur mehr Aufmerksamkeit: Da das Gesamtvolumen des Systems größer ist, erreicht der Druck den gewünschten Wert nicht, wenn der Füllvolumenstrom nicht ausreicht. (Details: Was ist eine Kesselkaskade? Warum werden in großen Gebäuden mehrere Heizkessel eingesetzt?)
In Zentralheizungsanlagen ist die Einrichtung einer zentralen Füllstation eine verbreitete Lösung: Die Montage einer einzigen Nachfüllarmatur in der Hauptleitung speist alle Kesselkreise von einem einzigen Punkt aus. Dieser Ansatz erleichtert die Wartung; die defekte Armatur wird an einer einzigen Stelle gewartet. Alternativ kann in jeden Kesselkreis eine eigene Nachfüllarmatur eingebaut werden; dieses Verfahren macht die Kreise voneinander unabhängig, erhöht aber die Zahl der Wartungspunkte. (Details: Heizung)
15Die 5 häufigsten Fehler
- Fehler 1 — Den Solldruck zu hoch einstellen: Wird der Fülldruck zu nah am Ansprechdruck des Sicherheitsventils eingestellt, bläst das Ventil bei jedem Heizzyklus in Abständen ab; die Anlage verliert sowohl Wasser als auch Wärme. Bei der Druckeinstellung der Kombitherme ist ein Abstand von mindestens 0,5 bar zum Ansprechdruck des Sicherheitsventils einzuhalten
- Fehler 2 — Die Armatur ohne Suche nach einer Leckage montieren: Eine bei aktiver Leckage installierte Nachfüllarmatur verschleiert diese; der Schaden wächst unbemerkt. Vor der Installation ist eine 24-stündige statische Prüfung durchzuführen
- Fehler 3 — Ein Rückschlagventil nach TS EN 1717 auslassen: Besonders in älteren Anlagen wird die Nachfüllarmatur ohne zusätzliches Rückschlagventil montiert; das Rückflussrisiko verunreinigt das Leitungswasser. Die Caleffi-Nachfüllarmatur mit Filter und integriertem Rückschlagventil beseitigt diesen Fehler
- Fehler 4 — Die Filterwartung vernachlässigen: Ein verstopfter Filter senkt den Füllvolumenstrom auf null; der Druck fällt, die Kombitherme schaltet ab und der Nutzer meldet eine falsche Störung. Der Filter ist mindestens einmal pro Jahr zu kontrollieren
- Fehler 5 — Keine Serviceabsperrung vorsehen: Wird die Armatur direkt auf das Rohr montiert, muss zum Austausch die Anlage vollständig entleert werden; Kugelhähne auf beiden Seiten senken die Wartungskosten
16Checkliste
- Statische Höhe der Anlage berechnet und Füllsolldruck korrekt festgelegt
- Vordruck des Ausdehnungsgefäßes stimmt mit dem Füllsolldruck überein und die Membran ist intakt
- Zwischen dem Ansprechdruck des Sicherheitsventils und dem Füllsolldruck besteht ein Abstand von mindestens 0,5 bar
- Rückflussschutzelement nach TS EN 1717 vorhanden; integriertes oder externes Rückschlagventil ist eingebaut
- Am Ein- und Ausgang der Nachfüllarmatur ist eine Serviceabsperrung vorhanden
- Vor der Installation wurde eine 24-stündige statische Dichtheitsprüfung durchgeführt
- Filterelement geprüft und sauber
- Manometeranschluss funktioniert und zeigt einen ablesbaren Wert an
- Bestätigt, dass der Netzdruck mindestens 0,5 bar über dem Füllsolldruck liegt
- Strömungsrichtungsmarkierungen und Einbaulage stimmen mit der Herstelleranleitung überein
17Wartung der automatischen Nachfüllarmatur und zu erwartende Lebensdauer
Bei regelmäßiger Wartung arbeitet die automatische Nachfüllarmatur 10–15 Jahre störungsfrei. Der Wartungszyklus besteht aus zwei Stufen: der jährlichen Filterkontrolle und der Prüfung von Membran und Dichtelement alle fünf Jahre.
Bei der Filterkontrolle wird die Armatur geschlossen, die Filterkappe abgeschraubt und das Sieb untersucht. Liegt die Schmutzansammlung über fünfzig Prozent, wird der Filter gespült oder ersetzt. Bei der Membranprüfung wird der Solldruck kontrolliert; schließt die Armatur nicht beim Solldruck oder bleibt sie dauerhaft offen, ist die Membran ermüdet und muss ersetzt werden.
Die Kontrolle vor der Wintersaison ist der kritischste Wartungszeitpunkt. In einer gemäßigten Klimazone wie Istanbul dauert die Heizperiode von Oktober bis April; erfolgt die Wartung Anfang Oktober, wird das Ausfallrisiko über die gesamte Saison minimiert. Zur umfassenderen Behandlung der Wartung des Heizraums finden Sie Informationen im entsprechenden technischen Ratgeber. (Details: Wie plant man einen Heizraum? Grundlegende Ausrüstung und Funktionsprinzip)
18Einsatz der Nachfüllarmatur in Solarenergiesystemen
In solarthermischen Warmwassersystemen arbeitet der Primärkreis in der Regel mit einer geschlossenen Glykollösung; in diesem Kreis ist die Nachfüllarmatur nicht direkt mit dem Leitungswasser verbunden. Im Sekundärkreis, also dem Warmwasserkreis im Haus, und im Kesselkreis, den das Solarsystem bei der Heizung unterstützt, kommt die automatische Nachfüllarmatur jedoch zum Einsatz. Erleidet das Solarsystem beim Abkühlen einen Druckverlust, füllt die Armatur den Kreis nach. In diesen Systemen schwankt die Nachfüllhäufigkeit jahreszeitlich: In den Sommermonaten nimmt die Ausdehnung aufgrund hoher Temperaturen zu, während in den Abkühlphasen der Wintersaison kleine Verluste ein Nachfüllen erforderlich machen können. (Details: Wie erzeugt man Warmwasser mit Solarenergie? Ratgeber zur Solarthermieanlage)
In solarthermischen Anlagen stammt der Wasserverlust der Heizungsanlage meist nicht von Leckagen im Glykolkreis, sondern aus dem sekundären Wasserkreis. Um diese beiden Kreise voneinander zu unterscheiden, sollte sowohl am Primär- als auch am Sekundärkreis ein Manometer angeschlossen und beide Druckwerte getrennt überwacht werden. Die Caleffi-Nachfüllarmatur 1/2 Zoll kann bei Anwendungen, bei denen die Größe des Sekundärkreises passt, direkt eingesetzt werden; bei Solar-Warmwasserspeichersystemen sorgt der Anschluss 1/2 Zoll für einen ausreichenden Füllvolumenstrom. Für die Auswahl von Solarspeichern und die Berechnung der Warmwasserspeicherkapazität können Sie sich an den entsprechenden Ratgeber wenden. (Details: Wie wählt man einen Solarspeicher aus? Berechnung von Rohrwendel und Speichervolumen)
19Wie wird der Solldruck der Nachfüllarmatur eingestellt? Anleitung Schritt für Schritt
Die Frage, wie der Solldruck der Nachfüllarmatur eingestellt wird, ist die technische Frage, die nach der Installation am häufigsten gestellt wird. Die Einstellung erfolgt in fünf Schritten. Die korrekte Einstellung ist sowohl für den Komfort als auch für die Lebensdauer der Bauteile entscheidend; ein falscher Solldruck kann zu einem unnötigen Wasserverbrauch von mehreren hundert Litern pro Jahr führen.
Schritt 1: Berechnen Sie die statische Höhe der Anlage. Messen Sie die senkrechte Strecke vom Heizraum bis zum obersten Heizkörper in Metern und teilen Sie sie durch 10,2; der ermittelte Wert ist in bar. Schritt 2: Addieren Sie den Sicherheitszuschlag. Addieren Sie zum berechneten Wert 0,3–0,5 bar; das ist Ihr Zielfülldruck. Schritt 3: Suchen Sie den Einstellmechanismus der Armatur. Bei den Caleffi-Nachfüllautomaten mit Entkalkungsfunktion befindet sich auf dem Gehäuse eine Einstellschraube oder ein Sicherungsring; in der Herstelleranleitung ist angegeben, in welche Richtung der Druck beim Drehen steigt. Schritt 4: Erhöhen oder verringern Sie den Druck. Nehmen Sie die Einstellung vor, während Sie das integrierte Manometer ablesen; gehen Sie in kleinen Schritten vor, bis die Anzeige den Zielwert zeigt. Schritt 5: Sichern und überprüfen Sie. Kontrollieren Sie die Manometerwerte nach 15–20 Minuten Betrieb der Armatur erneut; bleibt der Druck konstant, wurde die Einstellung korrekt vorgenommen.
Wichtiger Hinweis: Die Schritte zur Einstellung des Solldrucks der Nachfüllarmatur sollten vom Servicepersonal durchgeführt werden. Eine falsche Einstellung führt sowohl zum Abblasen des Sicherheitsventils als auch zu unzureichender Befüllung. Verliert die Heizungsanlage durchgehend Wasser, ist vor der Einstellung eine Dichtheitsprüfung zwingend erforderlich. Wie Sie den Druck mit dem Manometer korrekt ablesen, lesen Sie im entsprechenden Schwesterartikel. (Details: Warum zeigt ein Manometer falsch an? Die häufigsten Fehler bei der Druckmessung)
20Langfristige Vorteile der Caleffi-Nachfüllautomatik mit Entkalkungsfunktion
Die Caleffi-Nachfüllautomatik mit Entkalkungsfunktion bietet insbesondere in Regionen mit einer Wasserhärte von 10 °dH und darüber deutliche Vorteile gegenüber Standardprodukten. Kalk bildet auf der Membranoberfläche eine 0,1–0,5 mm dicke Calciumcarbonat-Schicht; diese Schicht verhindert das vollständige Schließen der Membran, und die Armatur bleibt dauerhaft leicht geöffnet. Eine dauerhaft offene Nachfüllarmatur bringt sowohl den Anlagendruck an die Ansprechschwelle des Sicherheitsventils als auch verursacht sie unnötigen Wasserverlust in der Heizungsanlage.
Die Caleffi-Nachfüllarmatur-Baureihe 1/2 Zoll verhindert dieses Problem mit ihrem Entkalkungsmechanismus auf mechanischer Ebene. Das spezielle Plastomer-Material rund um die Membran verzögert Kalkablagerungen; bei der jährlichen Wartung wird diese Oberfläche zusammen mit dem Filterelement kontrolliert und gereinigt. Langfristige Kostenanalyse: Eine Standard-Nachfüllarmatur muss aufgrund von Verkalkung möglicherweise alle 3–5 Jahre ersetzt werden; die Nutzungsdauer der Caleffi-Armatur mit Entkalkungsfunktion verdoppelt sich gegenüber diesem Zeitraum. (Details: Warum zeigt ein Manometer falsch an? Die häufigsten Fehler bei der Druckmessung)
21Wasserverlust in der Heizungsanlage: Strategien zur Überwachung und Vorbeugung
Die zuverlässigste Methode zur Überwachung des Wasserverlusts in der Heizungsanlage ist ein Volumenzähler, der in die Nachfüllarmatur integriert oder am Anschlusspunkt montiert ist. Der Zähler erfasst die Gesamtmenge Wasser, die in einem bestimmten Zeitraum eingespeist wird. Referenzwert: In einer gesunden Anlage sollte der jährliche Wasserverbrauch zehn Prozent des Gesamtvolumens der Anlage nicht überschreiten. Eine zentrale Heizungsanlage mit fünf Geschossen und Rohren DN25 kann ein Volumen von ca. 300–500 Litern haben; der Jahresverbrauch sollte unter 50 Litern bleiben.
Wird ein Verbrauch oberhalb dieser Schwelle festgestellt, muss die Quelle des Wasserverlusts in der Heizungsanlage gesucht werden. Untersuchungsprotokoll: Isolieren Sie zunächst alle Teilsysteme und prüfen Sie jedes einzeln; Kellerleitungen, Geschossverteilleitungen und Heizkörperanschlüsse werden nacheinander unter Druck gesetzt. Der Einsatz einer Wärmebildkamera kann bei Leckagen unter dem Fußboden die unsichtbare Verlustquelle aufdecken.
Um das Problem des sauerstoffhaltigen Ergänzungswassers zu verringern, ist es eine gute Investition, am Speisepunkt der Anlage einen Schlammabscheider mit Magnet und einen Mikroblasen-Luftabscheider zu ergänzen. Diese beiden Elemente verringern im Zusammenspiel sowohl die sauerstoffbedingte Korrosion als auch die Luftansammlung. (Details: Was ist ein Abscheider? Unterschiede zwischen Luftabscheider, Schlammabscheider und hydraulischer Weiche)
22Integration der Nachfüllarmatur in Fußbodenheizungssysteme
Fußbodenheizungssysteme arbeiten mit Wasserzirkulation bei 30–45 °C über unter der Oberfläche verlegte Polyethylenrohre. Diese Systeme sind zwar geschlossene Kreise, können aber aus zwei Gründen kleine Wasserverluste erleiden: durch Diffusion bei Rohren ohne Sauerstoffsperre und durch nachlassende Dichtheit der Dichtungen an den Anschlusspunkten der Verteiler im Laufe der Zeit. In beiden Fällen fällt der Anlagendruck sehr langsam; diese Langsamkeit erschwert die manuelle Verfolgung und macht die automatische Nachfüllarmatur zur idealen Lösung. (Details: Wie funktioniert eine Fußbodenheizung? Auswahl von Verteiler, Pumpe und Thermostat)
Der Solldruck der Nachfüllarmatur in einer Fußbodenheizung muss mit den Eingangsdrücken der Verteiler übereinstimmen. In Fußbodenheizkreisen wird der Auslegungsdruck in der Regel zwischen 0,5–1,5 bar gehalten; dieser Bereich liegt niedriger als bei den üblichen Heizkreisen von Kombithermen in Wohngebäuden. Der Einstellbereich von 0,2–4 bar der Caleffi-Nachfülleinheit PN 16 deckt auch Fußbodenheizungsanwendungen ab. (Details: Wie wird ein Fußbodenheizungsverteiler eingestellt? Wie erfolgt die Einstellung des Durchflussmessers?)
23Die Rolle der Nachfüllarmatur für die Integrität der Anlage
Der langlebige Betrieb einer geschlossenen Heizungsanlage hängt maßgeblich von der Wasserqualität und der Druckstabilität im System ab. Für die Qualität des Anlagenwassers sind zwei Parameter kritisch: pH-Wert und Härte. Der pH-Wert sollte zwischen 7,5 und 9,5 gehalten werden; wird dieser Bereich verlassen, werden sowohl Eisenbauteile als auch Kupferrohre korrosionsanfällig. Ist die Wasserhärte hoch, führen Kalkablagerungen zu Querschnittsverengungen in den Rohren und erhöhen die volumenstrombedingten Druckverluste.
Die Nachfüllarmatur wirkt unmittelbar auf diese Gleichung ein: Bei jedem Ergänzungszyklus verändert das in die Anlage gelangende frische Leitungswasser pH-Wert und Härte. In einem System mit häufiger Ergänzung wird der Mineralgehalt des Wassers ständig erneuert und die chemische Stabilität gestört. Daher sollte beim Einbau der Nachfüllarmatur gleichzeitig auch die chemische Behandlung der Anlage geplant werden; die Inhibitordosierung wird zusammen mit dem Anlagenvolumen und der jährlichen Wasseraustauschmenge berechnet. (Details: Wie reinigt man eine Heizungsanlage? Bringt die Anlagenreinigung wirklich etwas?)
Anlagenreinigung und Installation der Nachfüllarmatur sind Arbeiten, die gemeinsam durchgeführt werden müssen. Sind in einer alten Anlage Rost, Sediment und Biofilm vorhanden, muss vor der Inbetriebnahme der Nachfüllarmatur die Anlage gereinigt und Inhibitor eingefüllt werden; andernfalls werden die Verunreinigungen bei jedem Ergänzungszyklus durch das neue Wasser zwar verdünnt, aber nicht vollständig beseitigt. Für chemische Analyse und Reinigungsschritte können Sie sich an unser technisches Team wenden. (Details: unsere Kontaktseite)
24Normen und regulatorische Anforderungen bei der Montage der Nachfüllarmatur
In der Türkei muss eine geschlossene Heizungsanlage die Anforderungen der Normen DIN 1988-300 und TS EN 12828 erfüllen. TS EN 12828 umfasst die Anforderungen an Auslegung und Dimensionierung der Bauteile von Gebäudeheizungsanlagen; die Dimensionierung von Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und Nachfüllarmatur wird im Rahmen dieser Norm berechnet. Dass die Nachfüllarmatur entsprechend den genannten Vorgaben ausgewählt und installiert wird, gehört bei der Bauüberwachung zu den zuerst verlangten Nachweisen.
Aus Versicherungssicht kann ein Schaden durch Verunreinigung des Leitungswassers in einer Anlage ohne Rückschlagventil nach TS EN 1717 außerhalb des Policenschutzes liegen. Dieses Risiko ist sowohl für Verwaltungen von Mehrfamilienhäusern als auch für Betreiber von Heizräumen eine ernste rechtliche und finanzielle Belastung. Seit 2026 nimmt die Kontrollhäufigkeit in diesem Bereich bei der Bauüberwachung neuer Gebäude in Großstädten zu. Unterstützung bei Produktnormen und der Erstellung technischer Spezifikationen erhalten Sie von unserem Ingenieurteam. (Details: Ventile & Armaturen)
25Häufig gestellte Fragen
Wann sollte eine automatische Nachfüllarmatur installiert werden?
Was bedeutet es, wenn die Beschwerde „Kombitherme verliert Druck“ nach dem Anschluss der Nachfüllarmatur bestehen bleibt?
Verursacht die Installation einer Nachfüllarmatur ohne Backflow-Schutz nach TS EN 1717 Probleme?
Kann ich die Caleffi-Nachfülleinheit selbst installieren?
Wie stelle ich den Solldruck der Nachfüllarmatur ein?
Wie oft sollte der Filter gereinigt werden?
Wie stimmen sich die automatische Nachfüllarmatur und das Ausdehnungsgefäß aufeinander ab?
Welche Druckklasse sollte gewählt werden?
Leckt die Nachfüllarmatur oder das Sicherheitsventil?
Die automatische Nachfüllarmatur ist bei richtiger Auswahl und Installation das am leisesten arbeitende Sicherheitselement der geschlossenen Heizungsanlage. Ein System, in dem der Backflow-Schutz nach TS EN 1717 nicht vernachlässigt und das zusammen mit Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil aufeinander abgestimmt dimensioniert wird, erfordert über die gesamte Saison keinen Eingriff. Integrierte Lösungen wie die Caleffi-Nachfüllautomatik mit Entkalkungsfunktion machen diesen Prozess sowohl sicher als auch praktisch. Als Ingenieurteam von Pomeka Mekanik stehen wir Ihnen bei Produktauswahl, Fülldruckberechnung und Installationsschritten mit technischer Unterstützung zur Verfügung; nehmen Sie Kontakt mit uns auf. (Details: unsere Kontaktseite)
Unterstützung zu diesem Thema
Bei Auswahl, Projektierung und Lieferung steht Ihnen das Ingenieurteam von Pomeka Mekanik zur Seite. Teilen Sie uns Volumenstrom, Förderhöhe und Nutzungsprofil Ihrer Anlage mit; gemeinsam bestimmen wir das passende Modell.




