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Wärmepumpen

A7/W35 und A−7/W55: Wärmepumpen-Datenblätter lesen

Was A7/W35 oder A−7/W55 aussagen und was nicht: Lesen Sie Heizleistung, COP, Modulationsbereich und Einsatzgrenzen unter vergleichbaren Bedingungen.

PMPOMEKA Redaktion8 min Lesezeit
Vergleichsunterlagen mit unbeschrifteten Kennlinien, Tablet und Wärmepumpenmodell auf einem Schreibtisch

KI-generierte Illustration

Angaben wie A7/W35 kennzeichnen einen definierten Temperaturbezug für Leistungsdaten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. A steht für die Luftseite, W für die Wasserseite; die Zahlen dürfen nicht vom jeweiligen Prüfverfahren und den ergänzenden Bedingungen getrennt werden. Vergleichen Sie Heizleistung und COP nur am gleichen Betriebspunkt und bei passender Gerätevariante. Die Leistung an einem milden Prüftag ist weder automatisch die Leistung bei Frost noch eine Aussage über den gesamten jährlichen Stromverbrauch.

01Was die Schreibweise beschreibt

Bei A7/W35 bezieht sich die luftseitige Zahl auf 7 °C und der wasserseitige Bezug auf 35 °C gemäß der jeweiligen Datendeklaration. Bei A−7/W55 stehen entsprechend deutlich kältere Luft und ein höheres Wassertemperaturniveau im Mittelpunkt. Ob und welche zusätzlichen Luftfeuchte- oder Spreizungsbedingungen gelten, muss aus dem Datenblatt hervorgehen. Ein kurzer Tabellenkopf kann wichtige Fußnoten nicht ersetzen. Lesen Sie deshalb immer den zugehörigen Abschnitt mit.

Das Minuszeichen ist wesentlich. A7 und A−7 sind völlig unterschiedliche Bedingungen und dürfen weder bei der Übertragung in eine Vergleichstabelle noch bei einer Angebotsprüfung verwechselt werden. Ebenso ist W35 nicht W55. Eine Wärmepumpe kann an beiden Punkten unterschiedliche Heizleistungen und elektrische Aufnahmen haben. Aus einem einzigen Wert lässt sich keine vollständige Kennlinie ableiten. Fehlende Angaben sind als fehlend zu kennzeichnen und beim Hersteller anzufragen.

Die Produktgruppe Wärmepumpen gibt den Systemkontext. Zur Unterscheidung von COP und Jahreswerten dient COP, SCOP und JAZ: Wärmepumpenwerte vergleichen . Dieser Beitrag konzentriert sich auf das Lesen und Vergleichen der Produktdaten. Er ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung und keine fachliche Auslegung. Ein sauberer Gerätevergleich ist ein Teil der Planung, nicht deren vollständiger Abschluss.

02Heizleistung, elektrische Aufnahme und COP gehören zusammen

Heizleistung beschreibt die momentan bereitgestellte Wärmeleistung. Die elektrische Leistungsaufnahme beschreibt den dafür angesetzten elektrischen Aufwand innerhalb der angegebenen Prüfgrenze. Der COP ergibt sich aus dem Verhältnis dieser Größen. Wird ein COP ohne zugehörige Heizleistung betrachtet, bleibt offen, ob das Gerät am betreffenden Punkt überhaupt die benötigte Last liefern kann. Eine hohe Effizienz bei kleiner Leistung löst keine größere Heizaufgabe.

Ein frei gewähltes Beispiel: Gerät X liefert am gleichen betrachteten Punkt 6 kW Wärme bei 1,5 kW elektrischer Aufnahme. Daraus ergibt sich COP 4. Gerät Y liefert 8 kW bei 2,1 kW und erreicht etwa 3,81. Benötigt das Gebäude dort 7 kW, reicht X allein in diesem Beispiel nicht aus. Daraus folgt nicht automatisch, Y sei die beste Jahreslösung; es zeigt lediglich die Unvollständigkeit eines reinen COP-Rankings.

Prüfen Sie außerdem die Definition der elektrischen Leistung. Eine Anschluss- oder Absicherungsangabe ist etwas anderes als die Aufnahme im ausgewiesenen Betriebspunkt. Die maximal mögliche Gesamtaufnahme einschließlich Zusatzheizung darf nicht mit dem typischen Verdichterbedarf gleichgesetzt werden. Solche Verwechslungen führen zu falschen Verbrauchsabschätzungen. Notieren Sie deshalb die genaue Bezeichnung jeder übernommenen Zahl und ihre Einheit statt nur eine Spalte Leistung anzulegen.

03Nennwert, Maximalleistung und Modulation unterscheiden

Ein Datenblatt kann einen Nennbetriebspunkt ausweisen, während die Anlage innerhalb eines größeren Bereichs moduliert. Die Nennleistung ist daher nicht zwangsläufig die maximal verfügbare Heizleistung unter denselben Bedingungen. Auch die Mindestleistung benötigt einen Temperaturbezug. Prüfen Sie die Leistungskennfelder oder die ergänzende Planungsunterlage. Ein allgemeiner Bereich von beispielsweise mehreren kW ohne klaren Bezug kann für eine konkrete Lastprüfung unzureichend sein.

Die Mindestleistung ist besonders für milde Wetterlagen relevant. Liegt die aktuelle Gebäudelast darunter, kann zeitweises Abschalten notwendig werden. Das ist eine andere Planungsfrage als die Spitzenlastdeckung bei Frost. Ein Gerät kann genügend Maximalleistung besitzen und trotzdem im milden Betrieb ungünstig zur kleinen Last passen. Der Beitrag Wärmepumpe taktet: Verdichterstarts richtig einordnen behandelt die daraus entstehenden Beobachtungen und die Rolle der Wärmeabnahme.

Leistungsgrenzen können außerdem durch gerätespezifische Modi verändert werden. Ein leiser Nachtbetrieb kann eine andere verfügbare Leistung haben als der Standardmodus. Wenn Schall- und Leistungswerte für verschiedene Betriebsweisen stammen, entsteht ein irreführender Gesamtvergleich. Lassen Sie deshalb klar ausweisen, mit welchem Modus die Heizlast gedeckt werden soll und welche Schallemission dabei angesetzt wurde. Daten aus unterschiedlichen Modi dürfen nicht stillschweigend kombiniert werden.

04Den Auslegungspunkt des Gebäudes danebenlegen

Die Wärmepumpe muss zur tatsächlich benötigten Heizleistung und zum Temperaturniveau der Wärmeübergabe passen. Die Wohnfläche allein reicht dafür nicht. Gebäudehülle, Lüftung und Raumtemperaturanforderungen beeinflussen die Heizlast. Die Heizflächen bestimmen mit, welche Vorlauftemperatur im jeweiligen Zustand nötig ist. Ein Datenblattwert bei W35 ist nicht allein deshalb passend, weil das Gebäude eine Fußbodenheizung besitzt; die reale Auslegung muss geprüft werden.

Bei einem bestehenden Heizkörpersystem ist besonders wichtig, ob die Heizflächen bei niedrigeren Temperaturen ausreichend Leistung abgeben. Eine hohe maximal mögliche Vorlauftemperatur der Wärmepumpe beweist nicht automatisch eine gute Effizienz in diesem Zustand. Betrachten Sie deshalb die Leistungs- und Effizienzdaten an den für Ihr Gebäude relevanten Punkten. Notwendige Anpassungen an Heizflächen können die Bewertung verändern und sollten als eigene Planungsvariante sichtbar bleiben.

Der Beitrag Raumweise Heizlast oder Energieausweis? erklärt, welche Gebäudedaten benötigt werden. Für die Ergänzung durch einen zweiten Wärmeerzeuger dient Bivalenzpunkt der Wärmepumpe gezielt auslegen . Eine sinnvolle Tabelle stellt Gebäudelast und verfügbare Leistung bei zusammenpassenden Bedingungen gegenüber. Sie trennt außerdem die Planung einer Spitzenlastergänzung von einem versehentlich zu kleinen oder übergroßen Gerät.

05Zwischenwerte nicht beliebig schätzen

Wenn zwei Prüfwerte bekannt sind, lässt sich der gesamte Betrieb dazwischen nicht automatisch als gerade Linie beschreiben. Regelungsänderungen, Abtauverhalten und Leistungsgrenzen können die Kennlinie beeinflussen. Eine überschlägige Interpolation kann für eine frühe Orientierung dienen, muss aber als solche bezeichnet werden. Für eine verbindliche Auslegung sollten passende Herstellerdaten oder eine dafür geeignete Planungsmethode verwendet werden. Extrapolation außerhalb des dokumentierten Bereichs ist besonders unsicher.

Auch die Kombination von Luft- und Wassertemperatur ist zweidimensional. Ein Wert bei A7/W35 und einer bei A−7/W35 beantworten noch nicht, wie sich das Gerät bei A−7/W55 verhält. Der höhere Temperaturhub verändert die Bedingungen. Fehlt gerade der kritische Punkt, ist eine Rückfrage sinnvoller als eine scheinbar präzise selbst berechnete Zahl. Dokumentieren Sie, welche Werte gemessen deklariert und welche lediglich überschlägig angenommen wurden.

Ein frei gewähltes Beispiel verdeutlicht das: Eine Tabelle nennt 8 kW bei A7/W35 und 7 kW bei A−7/W35. Daraus folgt nicht, dass bei A−7/W55 ebenfalls 7 kW verfügbar sind. Ebenso wenig darf ein unveränderter COP unterstellt werden. Es fehlen die dazugehörigen Angaben. Die korrekte Aussage lautet deshalb, dass die Leistungsprüfung für diesen Punkt noch offen ist. Diese Ehrlichkeit schützt vor einer fehlerhaften Geräteentscheidung.

06Einsatzgrenzen und Warmwasser gesondert lesen

Das Betriebskennfeld kann bestimmte Kombinationen von Quellentemperatur und Wassertemperatur zulassen oder begrenzen. Eine beworbene maximale Vorlauftemperatur gilt möglicherweise nicht bei jeder Außentemperatur und jeder Leistung. Prüfen Sie die zugehörige Darstellung. Eine einzelne maximale Temperatur aus einer Produktüberschrift ist für die Auslegung weniger aussagekräftig als das vollständige freigegebene Kennfeld und die dafür angegebenen Bedingungen.

Die Warmwasserbereitung stellt wiederum eine eigene Aufgabe dar. Speicherwärmeübertrager, Temperaturziel und Ladeverlauf beeinflussen, welche Leistung tatsächlich nutzbar ist. Der COP für Raumheizung bei W35 ist kein unmittelbarer Wert für die Warmwasserladung. Wenn die elektrische Zusatzheizung beteiligt ist, muss ihr Beitrag gesondert berücksichtigt werden. Der Beitrag Heizstab der Wärmepumpe: Betrieb gezielt prüfen zeigt, warum Leistung, Laufzeit und Energiemenge dabei getrennt zu betrachten sind.

Auch Kühlangaben sind nicht einfach umbenannte Heizdaten. Eine für Kühlung ausgewiesene Leistung und Kennzahl beschreibt andere Bedingungen. Halten Sie im Vergleich die Betriebsarten getrennt. Wenn ein Angebot Kühlung als Zusatzfunktion nennt, prüfen Sie zusätzlich die Eignung von Hydraulik und Flächen. Der bloße Eintrag einer Kühlleistung im Datenblatt bestätigt nicht den sicheren Kühlbetrieb Ihrer bestehenden Heizungsanlage.

07Eine Vergleichstabelle ohne falsche Genauigkeit aufbauen

Beginnen Sie mit der genauen Modellbezeichnung und der Versionsangabe des Datenblatts. Ergänzen Sie den betrachteten Punkt, Heizleistung, elektrische Aufnahme, COP und den zugehörigen Modus. Führen Sie relevante Fußnoten unmittelbar daneben. Für den Planer sollten außerdem Mindest- und Maximalleistung, Einsatzgrenzen und die erforderlichen hydraulischen Bedingungen auffindbar sein. Ein übersichtlicher Vergleich mit wenigen vollständig belegten Zeilen ist besser als viele scheinbar präzise Leerstellenfüllungen.

Prüfen Sie, ob ältere und neue Gerätegenerationen denselben Namen tragen. Bei produktbezogenen Internetseiten können sich Inhalte ändern, während ein heruntergeladenes Datenblatt einen älteren Stand behält. Bewahren Sie deshalb die tatsächlich verwendete Quelle mit Datum auf. Für eine Anfrage über unsere Kontaktseite helfen die genauen Unterlagen und die gesuchten Betriebspunkte. So kann eine Antwort auf dieselbe Gerätevariante und dieselben Bedingungen Bezug nehmen.

Berücksichtigen Sie schließlich, dass eine größere Baugröße nicht automatisch an jedem Punkt effizienter arbeitet. Unterschiedliche Verdichter und Regelbereiche können verschiedene Stärken besitzen. Stellen Sie deshalb die Varianten unter denselben Bedingungen gegenüber und bewerten Sie die zu erwartenden Laststunden. Eine Entscheidung allein nach dem größten Leistungswert kann im milden Betrieb unnötige Nachteile erzeugen, auch wenn die Spitzenlast problemlos gedeckt wäre.

08Checkliste: Vor dem Gerätevergleich

  • Exakte Gerätevariante und Dokumentstand festhalten und Minuszeichen, Einheiten sowie Fußnoten sorgfältig übernehmen.
  • Heizleistung und COP ausschließlich bei gleichen Luft- und Wassertemperaturbedingungen gegenüberstellen.
  • Nenn-, Mindest- und Maximalwerte sowie Geräuschmodi und Einsatzgrenzen getrennt kennzeichnen.
  • Gebäudelast und erforderliches Temperaturniveau an den relevanten Wetterpunkten fachlich danebenlegen.
  • Fehlende Werte ausdrücklich offenlassen und vor der verbindlichen Auswahl durch passende Herstellerangaben klären.

09Häufig gestellte Fragen

Bedeutet A7/W35 eine Vorlauftemperatur für jedes Gebäude?
Nein. Die Schreibweise gehört zu einem deklarierten Betriebspunkt des Geräts. Ihr Gebäude kann bei dieser Außentemperatur einen anderen Vorlauf benötigen. Die erforderliche Temperatur wird durch Heizlast, Heizflächen und Regelung bestimmt und muss für das konkrete System geplant werden.
Ist der höchste COP automatisch das beste Kaufargument?
Er ist ein wichtiger Vergleichswert unter passenden Bedingungen, reicht aber allein nicht aus. Leistung, Modulationsbereich, Jahresbetrieb, Schall und Systemeinbindung sind ebenfalls relevant. Ein Gerät mit hohem COP an einem günstigen Punkt kann für die konkrete Last ungeeignet dimensioniert sein.
Kann ich fehlende Frostwerte aus dem milden Prüfpunkt ableiten?
Nicht belastbar ohne zusätzliche Daten und geeignete Methode. Verhalten und Einsatzgrenzen können sich mit den Temperaturen verändern. Fragen Sie nach dem passenden Kennfeld und kennzeichnen Sie eine frühe überschlägige Annahme deutlich. Eine selbst erzeugte Zahl ersetzt keinen freigegebenen Leistungsnachweis.

Quellen und weiterführende Fachinformationen

Redaktion: POMEKA Redaktion. Technische Ausführung und Einstellungen richten sich nach der konkreten Anlage und den Herstellerunterlagen.

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