Die kurze Antwort auf die Frage „Grundfos oder Wilo?“ lautet: Bei der Druckerhöhungsanlage für ein einzelnes Wohngebäude und im Einstiegssegment der Heizungsumwälzpumpen ist Grundfos stärker, bei Mehrpumpen-Druckerhöhungsanlagen großer Gebäude und bei Umwälzpumpen des oberen Segments, die eine Integration in die intelligente Gebäudetechnik erfordern, ist Wilo stärker. Beide Marken gehören zum Sortiment von Pomeka Mekanik; in diesem Beitrag wird ohne Parteinahme anhand messbarer Kennwerte in vier Abschnitten ein Urteil gefällt.
In diesem Ratgeber finden Sie:
Was Sie in diesem Ratgeber erwartet
- Den Punkt-für-Punkt-Vergleich von Grundfos SCALA2 und Wilo Isar BOOST5 bei der Druckerhöhungsanlage für Wohngebäude
- Den Vergleich von ALPHA2 und Yonos PICO sowie von MAGNA3 und Stratos MAXO bei Umwälzpumpen
- Den Unterschied in der Regelungsarchitektur von Grundfos Hydro MPC und Wilo SiBoost Smart bei der Mehrpumpen-Druckerhöhung
- Den Vergleich von Servicenetz, Ersatzteilbeschaffung und Dokumentation
- Wie sich EEI-, ErP- und MEI-Werte bei beiden Marken lesen lassen
- Die Schritt-für-Schritt-Berechnung des jährlichen kWh-Unterschieds sowie die Methode zur Berechnung der Förderhöhe
- Zu jedem Vergleichsabschnitt das klare Urteil auf die Frage „Welche Lösung passt zu wem?“
- Die 5 häufigsten Fehler und die Checkliste vor dem Kauf
01Welche Marken sind Grundfos und Wilo, und wie sind ihre Produktpaletten aufgebaut?
Grundfos ist ein 1945 in Dänemark gegründeter Pumpenhersteller mit Hauptsitz in Bjerringbro. Das Produktprogramm umfasst Klarwasser-Druckerhöhung, Heizungsumwälzung, Abwasser, Dosierung und Pumpen für industrielle Prozesse. Wilo wurde 1872 in Deutschland gegründet, hat seinen Hauptsitz in Dortmund und ist in ähnlichen Segmenten tätig. Beide Unternehmen gelten in der Kreiselpumpentechnik als Referenz und haben die europäische Gesetzgebung mitgeprägt. Beim Vergleich von Grundfos und Wilo sollte man diese gemeinsame Basis im Blick behalten: Der Unterschied liegt nicht im technologischen Niveau, sondern darin, in welchem Teil der Produktpalette der Schwerpunkt gesetzt wird.
Der Aufbau der Produktpalette von Grundfos neigt dazu, alles in einem Gehäuse zu vereinen. In der Baureihe SCALA befinden sich Pumpe, Motor, Frequenzumrichter, Sensor und ein kleiner Behälter in einer einzigen Hülle; das Einzige, was der Nutzer anschließen muss, sind die Verschraubungen für Eintritt und Austritt. Derselbe Ansatz zeigt sich bei der Umwälzpumpe ALPHA2 und bei der MAGNA3: Die Konfiguration erfolgt über die eigene Bedienoberfläche des Geräts, ein externer Schaltschrank ist nicht erforderlich. Das verkürzt die Montagezeit und verringert die Zahl der Fehler, die vor Ort passieren können.
Der Aufbau der Produktpalette von Wilo stützt sich dagegen auf Modularität. Dasselbe hydraulische Gehäuse wird mit unterschiedlichen Motoren und Regelungsmodulen kombiniert, sodass sich zahlreiche Varianten ergeben. Beispiele für diese Logik sind die CIF-Module bei der Stratos MAXO sowie die Steuerschränke SC und SCe bei den SiBoost-Anlagen. Wilo passt sich dadurch Sonderwünschen leichter an; dafür verlangt die Wahl der richtigen Variante mehr ingenieurtechnische Sorgfalt. Die gesamte Produktpalette der Marken können Sie sich über unsere Produktgruppen ansehen. (Details: unsere Markenseite)
Dieser Unterschied in der Grundphilosophie prägt den gesamten Vergleich. Bei kleinen und standardisierten Aufgaben spart der geschlossene Kompaktansatz von Grundfos Zeit. Bei großen und besonderen Aufgaben verschafft der modulare Ansatz von Wilo Flexibilität. Die folgenden vier Abschnitte prüfen dieses allgemeine Urteil anhand konkreter Modelle und Zahlen.
02Druckerhöhungsanlage für Wohngebäude: Grundfos SCALA2 oder Wilo Isar BOOST5?
Die Grundfos SCALA2 ist eine selbstansaugende Druckerhöhungsanlage für ein einzelnes Wohngebäude, die mit einem permanentmagneterregten Motor und einem im Gehäuse integrierten Frequenzumrichter den Ausgangsdruck konstant hält. Das Gegenstück im Wilo-Programm für dieses Segment ist die Isar BOOST5: eine selbstansaugende Druckerhöhungsanlage für Wohngebäude mit variabler Drehzahl, Touch-Display und integriertem kleinem Behälter. Beide werden einphasig mit 230 V versorgt, beide verlassen das Werk fertig verkabelt, und beide benötigen weder einen separaten Druckschalter noch einen externen Schaltschrank.
Die grundlegenden Werte auf Katalogebene sind die folgenden. Grundfos SCALA2 3-45: maximaler Volumenstrom ca. 5 m³/h, maximale Förderhöhe 45 mWS, Nennleistung 0,55 kW, Selbstansaugung bis 8 m, Schalldruckpegel 47 dB(A), Schutzart IPX4D, Gewicht ca. 13 kg, einstellbarer Solldruck im Bereich 1,5-5,5 bar. Wilo Isar BOOST5: maximaler Volumenstrom ca. 5 m³/h, maximale Förderhöhe ca. 50 mWS, einphasig 230 V, Selbstansaugung bis 8 m, LCD-Touch-Bedienoberfläche, integriertes kleines Ausdehnungsvolumen und einstellbarer Solldruck.
Der hydraulische Einsatzbereich beider Geräte überschneidet sich weitgehend. Beide decken den Spitzenvolumenstrom eines Vier-Personen-Wohngebäudes ab, beide versorgen in einem zweigeschossigen Gebäude die Dusche im Obergeschoss problemlos, und beide können dank ihrer Selbstansaugung aus einem flachen Brunnen oder einem erdverlegten Behälter speisen. Bei der Druckerhöhungsanlage wird die Entscheidung zwischen Grundfos und Wilo daher nicht anhand der Leistungskennlinie, sondern anhand von Details des Betriebsverhaltens und des Umfelds getroffen.
Das erste unterscheidende Detail ist das Geräuschverhalten. Der Katalogwert von 47 dB(A) der SCALA2 ergibt sich daraus, dass die Pumpe in einen wassergefüllten Behälter eingesetzt ist, und aus den schwingungsisolierten Füßen; die Gehäusekonstruktion schließt den Schall an der Quelle ein. Auch die Isar BOOST5 gehört zur leisen Klasse, doch der Wassermantel im Gehäuse der SCALA2 bringt einen messbaren Vorteil, wenn der Raum der Pumpe an ein Schlafzimmer oder an eine Nachbarwand grenzt. Die Antwort auf die Frage, ob Wilo oder Grundfos leiser ist, fällt in diesem Segment zugunsten der SCALA2 aus.
Das zweite unterscheidende Detail ist die Bedienoberfläche. Das Touch-LCD der Isar BOOST5 stellt Solldruck, momentanen Volumenstrom und Fehlercodes besser lesbar dar; der Umgang des Endnutzers mit dem Gerät fällt leichter. Das Tastenfeld der SCALA2 ist dagegen schlichter, hat weniger Menüebenen und ist für einen Installateur, der mit Handschuhen arbeitet, schneller. Das ist kein technischer Vorteil, sondern eine Frage des Nutzerprofils.
Das dritte unterscheidende Detail ist die Förderhöhe. Der maximale Förderwert der Isar BOOST5 von ca. 50 mWS liegt etwa 5 mWS über dem Wert der SCALA2 3-45 von 45 mWS. Dieser Unterschied kann bei Grundstücken mit großem Höhenunterschied oder in dreigeschossigen Gebäuden entscheidend sein, wenn Berechnungen an die Grenze kommen. Allerdings ist zu beachten: Die maximale Förderhöhe ist der Wert bei Nullvolumenstrom gegen geschlossenes Ventil; im Betriebspunkt bei 3 m³/h fallen beide Geräte in den Bereich 25-30 mWS.
- Motor und Regelung – Grundfos SCALA2: permanentmagneterregter Motor, Frequenzumrichter im Gehäuse, Drucksensor; Wilo Isar BOOST5: Motor mit variabler Drehzahl, integrierter Frequenzumrichter, Überwachung von Druck und Volumenstrom
- Maximaler Volumenstrom – SCALA2 3-45: ca. 5 m³/h; Isar BOOST5: ca. 5 m³/h
- Maximale Förderhöhe – SCALA2 3-45: 45 mWS; Isar BOOST5: ca. 50 mWS
- Nennleistung – SCALA2 3-45: 0,55 kW; Isar BOOST5: gleiche Klasse, Bereich 0,55-0,80 kW
- Schalldruckpegel – SCALA2: Katalogwert 47 dB(A); Isar BOOST5: leise Klasse, kein Wassermantel im Gehäuse
- Selbstansaugung – SCALA2: bis 8 m; Isar BOOST5: bis 8 m
- Bedienoberfläche – SCALA2: Tastenfeld und LED-Anzeige, schlichtes Menü; Isar BOOST5: LCD-Touch, ausführliche Anzeige
- Druckkonstanz – SCALA2: Band von ±0,2 bar um den Sollwert; Isar BOOST5: ähnliches Band, Reaktion des Frequenzumrichters vergleichbar
- Trockenlaufschutz – bei beiden Geräten Standard, mit automatischer Wiederholungslogik
- Montageaufwand – SCALA2: Verschraubungen anschließen, befüllen, starten; Isar BOOST5: gleicher Ablauf, kein zusätzlicher Schaltschrank erforderlich
03Welche Lösung passt zu wem? Das klare Urteil bei der Druckerhöhungsanlage für Wohngebäude
Bei der Druckerhöhungsanlage für Wohngebäude fällt das Urteil zugunsten der Grundfos SCALA2 aus. Dafür gibt es drei Gründe: die Schalldämmung im Gehäuse, belegt durch den Katalogwert von 47 dB(A), den in der Türkei verbreiteteren Zugang zu autorisiertem Service und Ersatzteilen sowie die etabliertere Inbetriebnahmepraxis auf Seiten der Installateure. Die Isar BOOST5 ist technisch gleichwertig und setzt sich in manchen Szenarien durch, doch die Standardwahl sollte die SCALA2 sein.
- Zweigeschossiges Einfamilienhaus, Pumpe im Keller, Duschkomfort im Obergeschoss hat Vorrang – Grundfos SCALA2 3-45; Geräusch und Druckkonstanz entsprechen genau diesem Szenario
- Pumpenraum grenzt mit der Wand an ein Schlafzimmer oder Kinderzimmer – Grundfos SCALA2 3-45; der Wert von 47 dB(A) ist in den Nachtstunden ausschlaggebend
- Grundstück mit großem Höhenunterschied, die berechnete erforderliche Förderhöhe liegt im Bereich 45-50 mWS – Wilo Isar BOOST5; der Katalogwert von ca. 50 mWS lässt einen Sicherheitszuschlag
- Der Endnutzer soll das Gerät selbst einstellen und den Druck am Display überwachen – Wilo Isar BOOST5; die Touch-Oberfläche bietet einen Vorteil bei der Lesbarkeit
- Gartenbewässerung, Behälterspeisung, unterbrechungsfreie Nutzung an einer einzigen Entnahmestelle – Grundfos SCALA1, drehzahlkonstantes Modell; bei dieser Aufgabe ist der Gewinn durch variable Drehzahl begrenzt
- Die Frage „Grundfos oder Wilo?“ für eine Villa – Grundfos SCALA2 3-45; übersteigt der gleichzeitige Volumenstrom (Spitzenvolumenstrom) 5 m³/h, ist bei beiden Marken das Segment der Einzelgeräte zu verlassen
- Stromnetz schwankt, Generator im Einsatz – bei beiden Marken sollte statt eines Geräts mit Frequenzumrichter ein drehzahlkonstantes Modell bevorzugt werden
Die Schwelle, ab der ein einzelnes Gerät nicht mehr ausreicht, ist bei beiden Marken dieselbe: Übersteigt der Spitzenvolumenstrom 5 m³/h oder die erforderliche Förderhöhe den Bereich von 50 mWS, verlässt man das Segment der Druckerhöhungsanlagen für Wohngebäude. An dieser Schwelle ist die richtige Lösung nicht ein größeres Einzelgerät, sondern eine Mehrpumpenanlage mit stufenweiser Zuschaltung. Die Modellentscheidung innerhalb der SCALA-Familie haben wir in einem eigenen Ratgeber ausführlich behandelt. (Details: Grundfos SCALA1 oder SCALA2? Welche sollten Sie kaufen? Detaillierter Vergleich)
04Umwälzpumpe: Grundfos ALPHA2 oder Wilo Yonos PICO?
Das Wohnbau-Segment im Umwälzpumpenprogramm von Grundfos ist die Baureihe ALPHA2: eine Nassläufer-Umwälzpumpe für Wohngebäude mit permanentmagneterregtem Motor und der Funktion AUTOADAPT. Die Wilo Yonos PICO ist eine im selben Segment positionierte Nassläufer-Umwälzpumpe mit EC-Motor, die an ihrer Bedienoberfläche mit rotem Knopf zu erkennen ist. Beide fallen unter die Definition der Nassläufer-Umwälzpumpen nach EN 16297 und werden im Rahmen von ErP 641/2009 mit dem EEI-Wert gekennzeichnet.
Der Zahlenvergleich sieht so aus. Grundfos ALPHA2 25-40: maximale Förderhöhe 4 mWS, maximaler Volumenstrom ca. 2,8 m³/h, Einbaulänge 180 mm, EEI-Wert unter 0,15, die Leistungsaufnahme sinkt im Teillastbetrieb bis auf 5 W. Wilo Yonos PICO 25/1-6: maximale Förderhöhe 6 mWS, maximaler Volumenstrom ca. 3,3 m³/h, Einbaulänge 180 mm, EEI-Wert unter dem Grenzwert von 0,20, minimale Leistungsaufnahme im Bereich 3-5 W. Die gesetzliche Obergrenze liegt bei EEI ≤ 0,23; beide Marken liegen deutlich darunter.
Das eigentlich unterscheidende Merkmal ist die Regelungsart. Der Modus AUTOADAPT der ALPHA2 lernt den Bedarf des Kreises und verschiebt die Förderhöhenkennlinie selbstständig; der Installateur muss die Pumpe lediglich in diesen Modus schalten. Bei der Yonos PICO trifft der Installateur dagegen die Auswahl zwischen den Betriebsarten konstanter Differenzdruck, proportionaler Differenzdruck und konstante Drehzahl. Die ALPHA2 verringert die Fehlerquote, die Yonos PICO passt sich bei richtiger Einstellung vollständig an den Kreis an.
Das zweite unterscheidende Merkmal ist die Bedienoberfläche. Das Display der ALPHA2 zeigt die momentane Leistungsaufnahme in Watt an; das ist bei der Inbetriebnahme der schnellste Weg, um zu prüfen, ob die Pumpe tatsächlich im Teillastbetrieb arbeitet. Das Display der Yonos PICO zeigt dagegen abwechselnd die eingestellte Förderhöhe und den Verbrauch an. Beim Vergleich von Umwälzpumpen ist diese einfache Überprüfbarkeit vor Ort ein echter Zeitgewinn.
Das dritte unterscheidende Merkmal ist das Verhalten bei Festsitzen und beim ersten Anlauf. In einer Anlage, die lange stillgestanden hat, kann der Rotor durch Kalk oder Ablagerungen festsitzen. Beide Marken verfügen über automatische Freilaufroutinen; bei der ALPHA2 ist diese Routine kräftiger ausgelegt, bei der Yonos PICO ist ein manueller Eingriff etwas häufiger nötig. Bei der Inbetriebnahme des Heizkreises zu Beginn der Heizperiode macht sich dieser Unterschied bemerkbar.
- Maximale Förderhöhe – Grundfos ALPHA2 25-40: 4 mWS; Wilo Yonos PICO 25/1-6: 6 mWS
- Maximaler Volumenstrom – ALPHA2 25-40: ca. 2,8 m³/h; Yonos PICO 25/1-6: ca. 3,3 m³/h
- EEI-Wert – ALPHA2: unter 0,15; Yonos PICO: unter 0,20; gesetzlicher Grenzwert 0,23
- Minimale Leistung – ALPHA2: sinkt auf 5 W; Yonos PICO: Bereich 3-5 W
- Automatische Anpassung – ALPHA2: verschiebt die Kennlinie mit AUTOADAPT selbstständig; Yonos PICO: Auswahl der Betriebsart bleibt dem Installateur überlassen
- Display – ALPHA2: momentane Wattanzeige; Yonos PICO: Förderhöhe und Verbrauch im Wechsel
- Einbaulänge – bei beiden 180 mm Standardgehäuse, beim Austausch einer vorhandenen Pumpe gibt es keine Passprobleme
- Typische Anwendung – ALPHA2: Wohnung mit Kombitherme, Wohngebäude mit einem Kreis; Yonos PICO: Wohngebäude mit Verteiler, Teilkreis der Fußbodenheizung
05Umwälzpumpe im oberen Segment: Grundfos MAGNA3 oder Wilo Stratos MAXO?
Die Grundfos MAGNA3 ist eine drehzahlvariable Umwälzpumpe für gewerbliche und industrielle Heiz- und Kühlkreise, mit integrierter Volumenstrommessung und den Regelungsarten AUTOADAPT und FLOWADAPT. Die Wilo Stratos MAXO ist ein im selben Segment positioniertes Produkt, das mit adaptiven Regelungsfunktionen wie Dynamic Adapt plus und Multi-Flow Adaptation ausgestattet ist und als intelligente Pumpe positioniert wird. Beide fallen unter EN 16297, und ihre EEI-Werte liegen deutlich unter dem Grenzwert von 0,20.
Der stärkste Trumpf der MAGNA3 ist die integrierte Volumenstrommessung. Die Pumpe schätzt den durch den Kreis strömenden Volumenstrom, ohne dass ein zusätzlicher Durchflussmesser erforderlich ist, und nutzt ihn im Modus FLOWADAPT als Obergrenze. Dadurch wird ein übermäßiger Volumenstrom im Kreis verhindert; ein Teil der Arbeit, die sonst mit dem Strangregulierventil geleistet wird, löst die Pumpe selbst. In Gewerbegebäuden verringert das den Zeitaufwand für die Inbetriebnahme und den Aufwand für den Abgleich messbar.
Der stärkste Trumpf der Stratos MAXO ist dagegen die Anpassung in Anlagen mit mehreren Kreisen. Multi-Flow Adaptation sorgt dafür, dass die Pumpe im Primärkreis unter Berücksichtigung des tatsächlichen Bedarfs der Sekundärkreise arbeitet; die Hauptpumpe im Heizraum drosselt ihren Volumenstrom entsprechend dem Gesamtbedarf der Etagenkreise. Die Funktion No-Flow Stop schaltet die Pumpe ab, wenn der Bedarf auf null sinkt, und startet sie automatisch, sobald der Bedarf zurückkehrt. In gemischten Anlagen mit mehreren Zonen überholt diese Architektur die MAGNA3.
Bei der Kommunikation sind beide Produkte reich ausgestattet. Die MAGNA3 unterstützt über CIM-Module Modbus RTU, BACnet MS/TP, LON und Profibus und wird mit der App Grundfos GO über eine Funk- oder Infrarotverbindung konfiguriert. Die Stratos MAXO unterstützt über CIF-Module dieselben Protokolle und wird über die Bluetooth-Schnittstelle Wilo-Smart Connect per Telefon eingestellt. Bei der Protokollliste gibt es zwischen beiden keinen praktischen Unterschied; der Unterschied liegt darin, welches Profil die Marke der Gebäudeautomation, in die integriert wird, leichter erkennt.
Bei der Bedienphilosophie ist es umgekehrt. Das grafische Display und die Menüstruktur der MAGNA3 eignen sich dafür, alle Einstellungen am Gerät vorzunehmen; der Techniker kann die Arbeit abschließen, ohne das Telefon zur Hand zu nehmen. Das Konzept mit dem grünen Knopf bei der Stratos MAXO erfordert weniger physische Bedienschritte und verlagert tiefergehende Einstellungen in die App. Für ein Team, das vor Ort mit Handschuhen arbeitet, ist die MAGNA3 bequemer, für ein Team, das die Inbetriebnahme vom Büro aus durchführt, die Stratos MAXO.
- Integrierte Volumenstrommessung – Grundfos MAGNA3: vorhanden, Begrenzung des Volumenstroms mit FLOWADAPT möglich; Wilo Stratos MAXO: indirekt, über Multi-Flow Adaptation
- Adaptive Regelung – MAGNA3: AUTOADAPT, FLOWADAPT, proportionaler und konstanter Differenzdruck; Stratos MAXO: Dynamic Adapt plus, Multi-Flow Adaptation, No-Flow Stop
- Kommunikation – MAGNA3: Modbus, BACnet, LON, Profibus über CIM-Module; Stratos MAXO: Modbus, BACnet, CAN, Bluetooth über CIF-Module
- Mobiler Zugriff – MAGNA3: Grundfos GO, Funk und Infrarot; Stratos MAXO: Wilo-Smart Connect, Bluetooth
- Baureihenbreite – MAGNA3: von 25-40 bis 100-120, Einzel- und Doppelpumpengehäuse; Stratos MAXO: ähnlicher Bereich, Doppelpumpengehäuse und Flanschvarianten
- Philosophie der Inbetriebnahme – MAGNA3: jede Einstellung am Gerätedisplay; Stratos MAXO: Grundeinstellung am Knopf, tiefergehende Einstellung in der App
- Typische Anwendung – MAGNA3: gewerbliche Heizung mit einem oder zwei Kreisen, Priorität auf geringerem Abgleichaufwand; Stratos MAXO: Anlagen mit mehreren Zonen, Mischventilen und BMS-Anbindung
06Welche Lösung passt zu wem? Das klare Urteil bei der Umwälzpumpe
Bei der Umwälzung teilt sich das Urteil in zwei Teile. Im Wohnsegment, also bei Wohnungen mit Kombitherme und Einfamilienhäusern mit einem Kreis, sollte die Grundfos ALPHA2 bevorzugt werden; dank AUTOADAPT entfällt das Risiko einer Fehleinstellung in der Praxis, und der EEI-Wert liegt unter 0,15. Im gewerblichen Segment und bei mehreren Kreisen sollte dagegen die Wilo Stratos MAXO bevorzugt werden; Multi-Flow Adaptation ist die einzige Funktion, die den Bedarf der Etagenkreise in den Primärkreis überträgt, und ein exaktes Pendant gibt es bei der MAGNA3 nicht.
- Wohnung mit Kombitherme, ein Heizkreis, der Installateur soll sich nicht mit der Wahl der Betriebsart befassen müssen – Grundfos ALPHA2; AUTOADAPT ist die Standardlösung
- Wohnkreis zur Speisung eines Fußbodenheizungsverteilers, 6 mWS Förderhöhe erforderlich – Wilo Yonos PICO 25/1-6; die Grenze der ALPHA2 25-40 von 4 mWS reicht nicht aus
- Gewerbliche Heizung mit einem oder zwei Kreisen, der Abgleichaufwand soll verringert werden – Grundfos MAGNA3; mit FLOWADAPT wird die Obergrenze des Volumenstroms von der Pumpe vorgegeben
- Anlage mit mehreren Zonen, Mischventilen und Trennung in Primär- und Sekundärkreis – Wilo Stratos MAXO; Multi-Flow Adaptation ist ausschlaggebend
- Überwachung über BACnet im BMS und Ändern von Sollwerten aus der Ferne gewünscht – beide Marken sind ausreichend; die Entscheidung sollte anhand des vorhandenen Profils der Marke der Gebäudeautomation getroffen werden
- Austausch einer vorhandenen Pumpe, Gehäuse von 180 mm und derselbe Flanschabstand sollen beibehalten werden – bei beiden Marken gibt es ein Standardgehäuse von 180 mm, die Gehäuselänge ist durch Messen zu überprüfen
- Die Frage „Grundfos oder Wilo?“ bei der Umwälzpumpe in einem Satz – im Wohnbau Grundfos, im gewerblichen Bereich mit mehreren Kreisen Wilo
Die Gültigkeit dieses Urteils setzt eine Vorbedingung voraus: Der Betriebspunkt der Pumpe muss richtig berechnet sein. Eine überdimensionierte Pumpe erzeugt, von welcher Marke auch immer, im Kreis Geräusche, Erosion und unnötigen Verbrauch. Das Auswahlverfahren behandeln wir ausführlich in unserem Ratgeber. (Details: Auswahl der Umwälzpumpe)
07Mehrpumpen-Druckerhöhung: Grundfos Hydro MPC oder Wilo SiBoost Smart?
Die Grundfos Hydro MPC ist eine Mehrpumpen-Druckerhöhungsanlage, bei der zwei bis sechs vertikale mehrstufige CR- oder CRE-Pumpen an einen gemeinsamen Verteiler angeschlossen sind und von der Steuereinheit CU 352 geführt werden. Die Wilo SiBoost Smart ist eine gleichwertige Anlage, bei der Helix-VE- oder Helix-EXCEL-Pumpen an einen gemeinsamen Verteiler angeschlossen sind und von einem Steuerschrank der Serie SC oder SCe geführt werden. Beide werden bei der Klarwasser-Druckerhöhung in Mehrfamilienhäusern, Hotels, Krankenhäusern und Gewerbegebäuden eingesetzt.
Der Architekturunterschied konzentriert sich auf die Steuereinheit. Die Einheit CU 352 von Grundfos führt die gesamte Anlage über einen einzigen eingebetteten Regler: Stufenfolge, Laufzeitausgleich, Kaskadengrenzen, Trockenlaufschutz, Alarmprotokoll und Kommunikation sind in einer einzigen Bedienoberfläche zusammengefasst. Bei Wilo beruht der Schaltschrank SC dagegen auf einer klassischen Relais- und SPS-Architektur, der Schaltschrank SCe auf einer verteilten Architektur mit je einem eigenen Frequenzumrichter pro Pumpe. Grundfos steht für den zentralen, Wilo für den verteilten Ansatz.
Das praktische Ergebnis dieses Unterschieds zeigt sich bei der Redundanz. In der Architektur SCe hat jede Pumpe ihren eigenen Frequenzumrichter; fällt ein Frequenzumrichter aus, ist nur diese Pumpe außer Betrieb, und die Anlage arbeitet mit den übrigen Pumpen weiter. Auch bei der Variante Hydro MPC-E ist jede Pumpe eine CRE, also ein Motor mit Frequenzumrichter, und es wird dieselbe Redundanz erreicht. Bei der Variante Hydro MPC-ES wird dagegen ein einziger Frequenzumrichter gemeinsam genutzt; fällt er aus, geht die gesamte Fähigkeit zum drehzahlvariablen Betrieb verloren. Die Wahl der Variante ist deshalb kritisch.
Beim Zuschaltverhalten bietet die Einheit CU 352 von Grundfos detailliertere Parameter. Zuschalt- und Abschaltverzögerungen, Mindestlaufzeiten, Hysterese beim Stufenwechsel und Pumpenwechselintervall lassen sich jeweils einzeln einstellen. Das verringert in Gebäuden, in denen der Spitzenvolumenstrom im Tagesverlauf stark schwankt, die Anzahl der Anläufe. Auf Seiten von Wilo SCe ist der Parametersatz schlichter und liefert in den meisten Gebäuden mit den Standardeinstellungen ein akzeptables Ergebnis; wenn eine Feinabstimmung nötig wird, ist die Flexibilität begrenzter.
Auf der Pumpenseite tritt dagegen die Baureihe Helix EXCEL von Wilo in den Vordergrund. Diese Baureihe verwendet einen Permanentmagnet-Synchronmotor und bietet einen hydraulischen Wirkungsgrad, der deutlich über dem Grenzwert MEI ≥ 0,4 nach 547/2012/EU liegt. Auf Seiten von Grundfos ist die Baureihe CRE mit hocheffizienten MGE-Motoren ausgestattet und liegt ebenfalls über demselben gesetzlichen Grenzwert. Bei beiden Baureihen ist der Gehäusewerkstoff Edelstahl, und die Lebensdauererwartung bei Klarwasseranwendungen ist ähnlich.
- Regelungsarchitektur – Grundfos Hydro MPC: zentraler Regler CU 352; Wilo SiBoost Smart: SC klassischer Schaltschrank oder SCe mit verteilten Frequenzumrichtern
- Pumpenzahl – Hydro MPC: 2-6 Pumpen; SiBoost Smart: 2-6 Pumpen, variiert je nach Baureihe
- Pumpenbaureihe – Hydro MPC: vertikale mehrstufige CR und CRE mit Frequenzumrichter; SiBoost Smart: Helix VE und hocheffiziente Helix EXCEL
- Redundanz der Frequenzumrichter – Hydro MPC-E: Frequenzumrichter an jeder Pumpe; Hydro MPC-ES: ein gemeinsam genutzter Frequenzumrichter; SiBoost Smart SCe: Frequenzumrichter an jeder Pumpe
- Stufenparameter – CU 352: Verzögerung, Hysterese und Mindestlaufzeit einzeln einstellbar; SCe: schlichterer Parametersatz
- Kommunikation – Hydro MPC: Modbus, BACnet, Profibus über CIM-Module; SiBoost Smart: Modbus, BACnet über CIF-Module
- Effizienzvorschriften – beide Anlagen liegen im Rahmen von 547/2012/EU über dem Grenzwert MEI ≥ 0,4
- Inbetriebnahme – Hydro MPC: die gesamte Anlage über ein einziges Bedienfeld; SiBoost Smart SCe: Schaltschrank plus Pumpenfrequenzumrichter, zweischichtig
08Welche Lösung passt zu wem? Das klare Urteil bei der Druckerhöhungsanlage
Bei der Mehrpumpen-Druckerhöhung fällt das Urteil zugunsten der Wilo SiBoost Smart aus. Der Grund ist die Redundanzarchitektur: Dass bei der Variante SCe jede Pumpe ihren eigenen Frequenzumrichter hat, beseitigt das Risiko eines Ausfalls an einer einzigen Stelle strukturell und ist in Gebäuden, die eine unterbrechungsfreie Wasserversorgung benötigen, allein schon ausschlaggebend. Die Grundfos Hydro MPC-E bietet dieselbe Redundanz, doch bei Wilo ist diese Architektur der Standard der Baureihe; bei Grundfos muss man die richtige Variante wählen.
- Krankenhaus, Hotel, Rechenzentrum und ähnliche Gebäude, in denen unterbrechungsfreies Wasser zwingend ist – Wilo SiBoost Smart SCe; ein eigener Frequenzumrichter an jeder Pumpe beseitigt den Ausfall an einer einzigen Stelle
- Mehrfamilienhaus, dessen Spitzenvolumenstrom im Tagesverlauf stark schwankt, die Anzahl der Anläufe soll gesenkt werden – Grundfos Hydro MPC; die detaillierten Stufenparameter der CU 352 sind ausschlaggebend
- Anbindung an die Gebäudeautomation über einen einzigen Punkt, eine einzige IP-Adresse und eine einzige Bedienoberfläche gewünscht – Grundfos Hydro MPC; die CU 352 stellt die Anlage als einen einzigen Punkt dar
- Begrenztes Budget, Spitzenvolumenstrom vorhersehbar, Redundanz zweitrangig – Wilo SiBoost Smart SC; die klassische Schaltschrankarchitektur genügt
- Die Anlage soll erneuert werden und dabei die vorhandenen Grundfos-CR-Pumpen erhalten bleiben – Grundfos Hydro MPC; die Passung von Hydraulik und Verteiler verursacht keine Mehrkosten
- Es wird eine Druckerhöhungsanlage für ein Mehrfamilienhaus ausgewählt, die Geschosszahl liegt über 8 – bei beiden Marken sind eine zonierte Druckerhöhung und Druckminderer einzuplanen
- Löschwasserleitung und Klarwasserleitung im selben Projekt – die Brandschutzseite unterliegt eigenen Normen und ist außerhalb dieses Vergleichs zu betrachten
Bei der Auswahl der Anlage gibt es einen Schritt, der vor der Markenentscheidung kommt: die Berechnung des Spitzenvolumenstroms und der erforderlichen Förderhöhe. Eine falsch berechnete Anlage schaltet, von welcher Marke auch immer, entweder ständig die Stufen um oder reicht zur Spitzenzeit nicht aus. Sie können sich unsere Produktgruppe für Druckerhöhung ansehen. (Details: Pumpensysteme)
09Welche Marke liegt bei Service, Ersatzteilen und Dokumentation vorn?
Das Umfeld aus Service, Ersatzteilen und Dokumentation ist der konkreteste Faktor, der die zehn Jahre nach dem Kauf einer Pumpe bestimmt. Das Servicenetz von Grundfos und Wilo in der Türkei ist bei beiden Marken breit; in den Großstädten sind beide innerhalb eines Tages erreichbar. Der Unterschied liegt in der Dichte in den Provinzen und in der Tiefe des vorrätig gehaltenen Ersatzteilsortiments. Im Wohnsegment ist die Verbreitung von Grundfos vor Ort höher; im gewerblichen und industriellen Segment schließt sich der Unterschied zwischen beiden Marken.
Bei den Ersatzteilen sind die kritischsten Posten die Gleitringdichtung, der Motor, die Platine des Frequenzumrichters und der Drucksensor. Bei einer Druckerhöhungsanlage für Wohngebäude ist ein Defekt der Platine des Frequenzumrichters ein gewichtiger Posten an den Gesamtkosten des Geräts; deshalb ist es wichtig, dass die Platine einzeln bezogen werden kann. Auf Seiten von Grundfos ist die Einzelteilverfügbarkeit für die Baureihe SCALA klar geregelt. Bei Wilo verläuft die Teilebeschaffung für die Isar-Familie in den Großstädten problemlos, in der Provinz kann sie länger dauern.
Bei der Dokumentation sind beide Marken stark, verfolgen aber unterschiedliche Ansätze. Grundfos bündelt Auswahl und Dimensionierung in einem einzigen zentralen Werkzeug; Pumpenkennlinie, NPSH-Diagramm, Einbaumaße und Explosionszeichnung der Ersatzteile stammen aus demselben Datensatz. Wilo hält Auswahlwerkzeug und technische Dokumentation dagegen in getrennten Ebenen vor; die Katalogtiefe ist hoch, doch es sind einige Schritte mehr nötig, um dieselbe Information zu erreichen.
Bei der Dokumentation zur Inbetriebnahme hat Wilo einen Vorteil. Bei den SiBoost-Anlagen werden Schaltplan, Klemmenliste und Parametertabelle ausführlicher geliefert; das ist für ein Elektroteam, das Änderungen im Schaltschrank vornimmt, ein unmittelbarer Zeitgewinn. Bei Grundfos lassen sich die Parameter der CU 352 über die Bedienoberfläche erschließen, sodass weniger gedruckte Dokumentation nötig ist; soll jedoch am Schaltschrank etwas angepasst werden, sind die Informationen verstreuter.
- Serviceverbreitung im Wohnsegment – Grundfos: verbreiteter; Wilo: in den Großstädten gleichwertig, in der Provinz seltener
- Service im gewerblichen und industriellen Bereich – beide Marken sind kompetent, der Unterschied schließt sich in der Praxis
- Bezug von Platine des Frequenzumrichters und Sensor – Grundfos: Einzelteilverfügbarkeit für SCALA und MAGNA3 klar geregelt; Wilo: klar für Stratos und SiBoost, bei der Isar-Familie regionsabhängig
- Auswahlwerkzeug – Grundfos: zentral, Kennlinie und Teile im selben Datensatz; Wilo: in Ebenen aufgebaut, hohe Katalogtiefe
- Dokumentation zu Schaltschrank und Schaltplänen – Wilo SiBoost: ausführliche Klemmen- und Parametertabellen; Grundfos Hydro MPC: an der Bedienoberfläche orientiert, gedruckte Dokumente schlichter
- Mobile Inbetriebnahme – Grundfos GO und Wilo-Smart Connect; beide Apps eignen sich für den Einsatz vor Ort
- Garantie und Unterstützung bei der Inbetriebnahme – bei beiden Marken über den autorisierten Service, der Umfang richtet sich nach der Projektgröße
Beim Thema Ökosystem fällt das Urteil zugunsten von Grundfos aus. Der Grund ist, dass die gesamte Kette von der Auswahl bis zum Ersatzteil über einen einzigen Datensatz läuft, sowie die Serviceverbreitung im Wohnsegment. Wilo liegt bei der Dokumentation zu Schaltschrank und Inbetriebnahme vorn; dieser Vorteil zahlt sich jedoch nur in großen Projekten aus. Wie sich Wartungsintervalle aufbauen lassen, haben wir in einem eigenen Ratgeber behandelt. (Details: Pumpenwartung)
10Wie lassen sich EEI-, ErP- und MEI-Werte bei beiden Marken lesen?
Der EEI, also der Energieeffizienzindex, ist ein dimensionsloses Verhältnis, das angibt, wie viel Leistung eine Umwälzpumpe im Vergleich zu einer Referenzpumpe aufnimmt. Je kleiner der Wert, desto höher die Effizienz. Im Rahmen von ErP 641/2009 liegt die Obergrenze für eigenständige Nassläufer-Umwälzpumpen bei EEI ≤ 0,23. Bei der Bewertung der Energieeffizienz einer Heizungspumpe ist deshalb der EEI die erste Zeile, die man im Katalog ansehen sollte; die aktuellen Produkte beider Marken liegen deutlich unter diesem Grenzwert.
Beim Vergleich ist zu beachten, dass der EEI-Wert unabhängig von der Größe der Pumpe ist. Eine MAGNA3 mit EEI 0,18 neben eine Yonos PICO mit EEI 0,20 zu stellen, beweist nicht, dass beide Pumpen dieselbe Aufgabe erfüllen. Der EEI dient nur dazu, zwei Pumpen mit derselben Aufgabe voneinander zu unterscheiden. Die Aufgabenstellung, also der erforderliche Volumenstrom und die erforderliche Förderhöhe, muss zuerst festgelegt werden.
Bei Klarwasserpumpen ist das Kriterium dagegen der MEI, also der Mindesteffizienzindex. Die Verordnung 547/2012/EU führt für Wasserpumpen den Grenzwert MEI ≥ 0,4 ein, und dieser Grenzwert wird sowohl von Grundfos CR/CRE als auch von den Wilo-Baureihen Helix überschritten. Anders als der EEI ist der MEI ein Index, bei dem ein größerer Wert besser ist. Bei der Auswahl einer Druckerhöhungsanlage ist der Blick auf den MEI-Wert der schnellste Weg, die Normkonformität der Anlage zu überprüfen.
Die Norm EN 16297 legt das Messverfahren für den EEI von Nassläufer-Umwälzpumpen fest; das heißt, die von beiden Marken angegebenen Werte beruhen auf demselben Prüfprotokoll und sind direkt vergleichbar. Das ist aus ingenieurtechnischer Sicht eine wichtige Erleichterung: Der Unterschied zwischen zwei im Katalog nebeneinanderstehenden EEI-Werten ist ein echter Unterschied und keine Abweichung, die durch das Messverfahren bedingt ist.
11Jährlicher Energieunterschied: Wie viele kWh sind es bei der Umwälzpumpe?
Rechnen wir konkret. In einer Wohnung mit 120 m² laufe eine an die Kombitherme angeschlossene Umwälzpumpe in der Heizperiode durchschnittlich 10 Stunden pro Tag. Nimmt man eine Heizperiode von 180 Tagen an, beträgt die jährliche Betriebsdauer 10 × 180 = 1800 Stunden. Das ist für Umwälzpumpen in Wohngebäuden ein realistisches oberes Band und für beide Marken gleich.
Eine drehzahlkonstante Umwälzpumpe der alten Generation nimmt in dieser Zeit etwa 60 W auf. Jahresverbrauch: 1800 Stunden × 0,060 kW = 108 kWh/Jahr. Die Grundfos ALPHA2 arbeitet im Modus AUTOADAPT mit einem gewichteten Mittelwert von 10 W. Jahresverbrauch: 1800 × 0,010 = 18 kWh/Jahr. Der Unterschied beträgt 90 kWh/Jahr, das ist also etwa eine Verringerung auf ein Sechstel.
Der Unterschied zwischen der Wilo Yonos PICO und der ALPHA2 ist dagegen deutlich kleiner. Der gewichtete mittlere Verbrauch einer im Modus proportionaler Differenzdruck richtig eingestellten Yonos PICO liegt im Bereich 11-13 W. Jahresverbrauch: 1800 × 0,012 = 22 kWh/Jahr. Der Unterschied zur ALPHA2 liegt bei 4 kWh pro Jahr. Das ist die klarste Zahl dafür, dass es sinnlos ist, die Markenentscheidung über die Energie zu treffen.
Auf der gewerblichen Seite ändert sich der Maßstab. In einem Kreis mit einer hydraulischen Last von 30 kW kann eine Pumpe wie die MAGNA3 oder die Stratos MAXO bei 4000 Betriebsstunden pro Jahr im Bereich 400-900 kWh verbrauchen. Entscheidend ist hier nicht die Marke, sondern die Regelungsart. Während die Wahl von proportionalem Differenzdruck statt konstanter Drehzahl einen Gewinn im Bereich 30-50 Prozent bringt, überschreitet der Unterschied zwischen beiden Marken nicht 5 Prozent.
Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Der Energieverbrauch ist bei der Markenwahl nicht das erste Kriterium. Das erste Kriterium sind die richtige Dimensionierung und die richtige Regelungsart. Werden diese beiden Entscheidungen richtig getroffen, sinkt der Unterschied zwischen Grundfos und Wilo auf die Größenordnung der Messunsicherheit. Unseren Ansatz zur Effizienz auf Anlagenebene haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengefasst. (Details: Energieeffizienz in mechanischen Anlagen)
12Wie berechnet man Förderhöhe und Volumenstrom unabhängig von der Marke?
Vor der Markenentscheidung kommt die Berechnung. Die erforderliche Förderhöhe ist die Summe dreier Anteile: der statischen Höhe, des Rohrreibungsverlusts und des an der Armatur geforderten Restdrucks. Die Formel lautet: H_erf = H_stat + H_Reib + H_Arm. Diese Berechnung ist für Grundfos und für Wilo dieselbe; ihr Ergebnis bestimmt, welches Modell der beiden Marken im Programm liegt.
Schritt 1 – statische Höhe. In einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus mit einer angenommenen Geschosshöhe von 3 m ergibt sich der Abstand zwischen der Pumpenwellenhöhe im Keller und dem Brausekopf im obersten Geschoss wie folgt: 4 Geschosse × 3 m = 12 m, plus Kellerhöhe 2,5 m, plus Höhe des Brausekopfs 2,1 m. Summe H_stat = 16,6 mWS.
Schritt 2 – Reibungsverlust. Beträgt die gesamte Rohrlänge einschließlich vertikaler und horizontaler Abschnitte 60 m und nimmt man einen spezifischen Verlust von 0,15 mWS/m an, ergibt sich 60 × 0,15 = 9,0 mWS. Für die äquivalente Länge von Bögen, T-Stücken und Armaturen werden auf diesen Wert 30 Prozent aufgeschlagen: 9,0 × 1,3 = 11,7 mWS.
Schritt 3 – Restdruck an der Armatur. Für eine Standard-Brausearmatur werden 1,5 bar, für eine Regenbrause 2,0 bar empfohlen. 2,0 bar entsprechen 20,4 mWS. Schritt 4 – Summe: H_erf = 16,6 + 11,7 + 20,4 = 48,7 mWS. Dieser Wert liegt an der Obergrenze des Segments der Druckerhöhungsanlagen für Wohngebäude; in einem viergeschossigen Mehrfamilienhaus arbeitet weder die SCALA2 noch die Isar BOOST5 allein komfortabel.
Beim Volumenstrom wird dagegen die Gleichzeitigkeitsformel nach DIN 1988-300 verwendet: Q = 0,682 × (ΣLU)^0,45 − 0,14, das Ergebnis ergibt sich in Liter/Sekunde. Setzt man in einem Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen 8 LU pro Wohnung an, ergibt sich ΣLU = 64. Da 64^0,45 ≈ 6,63 ist, gilt Q = 0,682 × 6,63 − 0,14 = 4,52 − 0,14 = 4,38 L/s. Umgerechnet auf die Stunde sind das 4,38 × 3,6 = 15,8 m³/h.
Ergebnis: Für dieses Gebäude, das einen Volumenstrom von 15,8 m³/h und eine Förderhöhe von ca. 49 mWS benötigt, ist eine Mehrpumpenanlage zwingend. Auf Seiten von Grundfos kommt an dieser Stelle die Hydro MPC, auf Seiten von Wilo die SiBoost Smart ins Spiel. Über Marken zu diskutieren, ohne gerechnet zu haben, heißt, über eine Frage ohne Antwort zu diskutieren. Zu Installationskomponenten und Rohrauswahl sehen Sie sich bitte unsere Produktgruppe an. (Details: Installationstechnik)
13Geräusch und Schwingung: Welche Marke ist wo leiser?
Der Geräuschvergleich lässt sich nicht allein anhand des Katalogwerts anstellen. Der Wert von 47 dB(A) der Grundfos SCALA2 ist ein Schalldruckpegel, der in 1 m Abstand und unter reflexionsarmen Bedingungen gemessen wurde. Dasselbe Gerät kann in einem kleinen Pumpenraum mit harten Oberflächen 52-55 dB(A) anzeigen; der Unterschied kommt nicht vom Gerät, sondern vom Raum. Für die Wilo Isar BOOST5 gilt dieselbe Messbedingung, und auch ihr Verhalten vor Ort hängt in gleicher Weise vom Raum ab.
Bei Umwälzpumpen liegt die Geräuschquelle woanders. Das Eigengeräusch des Gehäuses einer Nassläufer-Umwälzpumpe ist vernachlässigbar; das Geräusch, über das geklagt wird, ist meist das Strömungsgeräusch infolge eines zu hohen Volumenstroms. Das Pfeifen, das an Heizkörperventilen zu hören ist, kommt nicht davon, dass die Pumpe laut wäre, sondern davon, dass die Förderhöhe höher als nötig eingestellt wurde. Das ist ein markenunabhängiges Problem, und seine Lösung ist die richtige Regelungsart.
Der Modus FLOWADAPT der MAGNA3 bietet an dieser Stelle ein konkretes Werkzeug: Durch Vorgabe einer Obergrenze für den Volumenstrom wird das Strömungsgeräusch an der Quelle unterbunden. Bei der Stratos MAXO wird ein gleichwertiges Ergebnis erreicht, indem sie sich mit Dynamic Adapt plus am tatsächlichen Bedarf des Kreises ausrichtet. Beide Ansätze funktionieren; bei der MAGNA3 wird die Grenze zahlenmäßig eingegeben, bei der Stratos MAXO dem Algorithmus überlassen. Für Ingenieure, die eine zahlenmäßige Regelung bevorzugen, ist die MAGNA3 transparenter.
Die bei der Montage zu treffenden Maßnahmen sind bei beiden Marken gleich: das Gerät auf schwingungsisolierte Dämpfer zu setzen, am Eintritt und Austritt flexible Kompensatoren zu verwenden, Rohrschellen mit Gummilagerung zu wählen und die Wand des Pumpenraums möglichst nicht an Wohnbereiche angrenzen zu lassen. Werden diese vier Maßnahmen nicht umgesetzt, ist der Katalogwert von 47 dB(A) in der Praxis bedeutungslos.
14Gebäudeautomation und Kommunikation: Bei welcher Marke gelingt die Integration leichter?
Bei der Kommunikation unterstützen beide Marken denselben Protokollsatz: Modbus RTU, BACnet MS/TP, Profibus DP und herstellerspezifische Kanäle. Grundfos stellt diese Unterstützung über CIM-Module bereit, Wilo über CIF-Module. Die Module werden in den Steuerkasten des Geräts gesteckt und erfüllen physisch eine ähnliche Aufgabe. Bei der Protokollliste gibt es zwischen beiden Marken keinen Unterschied, der die Entscheidung bestimmen würde.
Der Unterschied liegt darin, welches Geräteprofil das Gebäudeautomationssystem, in das integriert wird, fertig erkennt. Bei den verbreiteten Reglern von Siemens, Honeywell und Danfoss liegen die Datenpunktlisten beider Marken vor; fehlt jedoch eine fertige Vorlage, wird die Punktezuordnung von Hand vorgenommen, und das dauert Stunden. Zu Projektbeginn den Automationsunternehmer zu fragen, für welche Marke ein fertiges Profil vorliegt, erspart eine Arbeit, die Stunden dauert.
Bei Mehrpumpenanlagen tritt der Architekturunterschied hier erneut in den Vordergrund. Die Grundfos Hydro MPC stellt die Anlage über die CU 352 als einen einzigen Kommunikationspunkt dar; auf der BMS-Seite gibt es eine einzige Adresse und eine einzige Datenpunktliste. Bei der Wilo SiBoost Smart SCe kann der Schaltschrank als ein Punkt und können die Pumpenfrequenzumrichter als separate Punkte erscheinen. Ist eine Überwachung über einen einzigen Punkt gewünscht, ist Grundfos besser geeignet, ist eine detaillierte Überwachung pro Pumpe gewünscht, Wilo.
Auch die mobilen Werkzeuge zur Inbetriebnahme funktionieren unterschiedlich. Grundfos GO greift über eine Funk- oder Infrarotverbindung auf das Gerät zu und kann einen Bericht erzeugen; Wilo-Smart Connect verbindet sich dagegen über Bluetooth. In einem dicht bestückten Heizraum können Reichweite und Kopplungsverhalten von Bluetooth mitunter Probleme bereiten; Infrarot erfordert dagegen Sichtverbindung zum Gerät. Beide eignen sich für den Einsatz vor Ort, keines übertrifft das andere mit klarem Abstand.
15Wie sollte die Markenverteilung nach Anwendungsbereichen aufgebaut werden?
In einem Projekt besteht keine Pflicht zu nur einer Marke, und meistens wäre das auch nicht richtig. Jeder Teil der Anlage sollte nach seinen eigenen Kriterien bewertet werden. Die folgende Verteilung fasst die in den Projekten von Pomeka Mekanik vor Ort hervorstechenden Zuordnungen zusammen und stellt die Bereiche, in denen beide Marken stark sind, nebeneinander.
- Druckerhöhungsanlage für ein einzelnes Wohngebäude – Grundfos SCALA2; Geräusch und Serviceverbreitung sind ausschlaggebend
- Einzelnes Wohngebäude mit großem Höhenunterschied – Wilo Isar BOOST5; die Förderhöhe von ca. 50 mWS lässt einen Sicherheitszuschlag
- Umwälzung der Wohnungsheizung – Grundfos ALPHA2; AUTOADAPT beseitigt das Risiko einer Fehleinstellung
- Verteilerkreis der Fußbodenheizung – Wilo Yonos PICO 25/1-6; eine Förderhöhe von 6 mWS ist bei diesen Kreisen erforderlich
- Gewerbliche Heizung mit einem oder zwei Kreisen – Grundfos MAGNA3; die integrierte Volumenstrommessung verringert den Abgleichaufwand
- Gewerbliche Anlage mit mehreren Zonen und Trennung in Primär- und Sekundärkreis – Wilo Stratos MAXO; Multi-Flow Adaptation ist ausschlaggebend
- Klarwasser-Druckerhöhung in Mehrfamilienhaus und Hotel – Wilo SiBoost Smart SCe; die Redundanz durch verteilte Frequenzumrichter hat Vorrang
- Gebäude mit veränderlichem Spitzenvolumenstrom, die Anzahl der Anläufe ist kritisch – Grundfos Hydro MPC; die Stufenparameter der CU 352 sind ausschlaggebend
- Löschwasserleitung – erfordert eigene Normen und eine eigene Produktgruppe und liegt außerhalb des Umfangs dieses Vergleichs
Damit sich diese Verteilung anwenden lässt, muss die Anlage in Abschnitte unterteilt sein: Klarwasser-Druckerhöhung, Heizungsumwälzung, Kühlkreis und Löschwasserleitung werden jeweils einzeln dimensioniert. Unsere Produktgruppe für die Heizungsseite (Details: Heizung) und die Anwendungen der Fußbodenheizung (Details: Vorteile der Fußbodenheizung) haben wir in eigenen Ratgebern behandelt.
16Die 5 häufigsten Fehler
Die folgenden fünf Fehler sind die Fehler, die beim Markenvergleich am häufigsten wiederholt werden und am teuersten zu stehen kommen.
- Fehler 1 – Die Entscheidung ohne Berechnung über die Marke treffen: Jede Markendiskussion, die geführt wird, ohne dass Volumenstrom und Förderhöhe berechnet wurden, bleibt ergebnislos. Einem Gebäude mit einem Bedarf von 15,8 m³/h, gleich von welcher Marke, eine Druckerhöhungsanlage für ein einzelnes Wohngebäude zu installieren, löst das Problem nicht; erst die Berechnung, dann die Marke.
- Fehler 2 – EEI-Werte von Pumpen mit unterschiedlicher Aufgabe vergleichen: Der EEI ist ein dimensionsloser Index, der dazu definiert ist, zwei Pumpen mit derselben Aufgabe zu unterscheiden. Eine kleine ALPHA2 mit EEI 0,15 neben eine große MAGNA3 mit EEI 0,18 zu stellen, führt zu einem falschen Ergebnis; zuerst muss die Aufgabenstellung angeglichen werden.
- Fehler 3 – Bei der Mehrpumpenanlage nicht nach der Frequenzumrichter-Architektur fragen: Bei der Variante Grundfos Hydro MPC-ES wird ein einziger Frequenzumrichter gemeinsam genutzt, und sein Ausfall nimmt die gesamte Fähigkeit zum drehzahlvariablen Betrieb. In Gebäuden, die unterbrechungsfreies Wasser benötigen, muss die Variante mit eigenem Frequenzumrichter an jeder Pumpe gewählt werden, also die Hydro MPC-E oder die Wilo SiBoost Smart SCe.
- Fehler 4 – Den Geräuschwert aus dem Katalog für den Wert vor Ort halten: Der Wert von 47 dB(A) wird in 1 m Abstand und unter reflexionsarmen Bedingungen gemessen. In einem kleinen Pumpenraum mit harten Oberflächen zeigt dasselbe Gerät 52-55 dB(A) an. Ohne Schwingungsdämpfer, flexiblen Kompensator und akustische Dämmung überträgt sich der Katalogwert nicht auf die Praxis.
- Fehler 5 – Sich in einem Projekt auf eine einzige Marke festlegen: Jeder Teil der Anlage sollte nach seinen eigenen Kriterien bewertet werden. Bei der Druckerhöhungsanlage für Wohngebäude Grundfos, bei der Heizungsumwälzung mit mehreren Zonen Wilo und bei der Druckerhöhungsanlage wiederum Wilo können die richtige Wahl sein; die Pflicht zu einer einzigen Marke ist keine technische, sondern eine kaufmännische Einschränkung.
17Checkliste: Fragen, die vor der Markenentscheidung zu beantworten sind
Solange Sie nicht auf alle folgenden Punkte eine Antwort haben, lässt sich die Frage „Grundfos oder Wilo?“ nicht seriös beantworten. Jeder fehlende Punkt erhöht unmittelbar die Wahrscheinlichkeit, dass die Auswahl in der Praxis nicht trägt.
- Wurde der senkrechte Abstand zwischen der höchsten Zapfstelle und der Pumpenwellenhöhe gemessen? (mWS)
- Wurden die gesamte Rohrlänge und der geschätzte Reibungsverlust berechnet? (mWS)
- Wurde der an der Armatur geforderte Restdruck festgelegt? (bar)
- Wurde die Summe der Belastungswerte ΣLU ermittelt und der Spitzenvolumenstrom berechnet? (m³/h)
- Liegen der berechnete Volumenstrom und die berechnete Förderhöhe innerhalb der Grenzen des Segments der Einzelgeräte von 5 m³/h und 50 mWS?
- Gibt es auf der Umwälzseite mehrere Kreise, eine Trennung in Primär- und Sekundärkreis und ein Mischventil?
- Wird die Anlage an die Gebäudeautomation angebunden? Wenn ja, welches Protokoll und welche Reglermarke werden verwendet?
- Ist unterbrechungsfreies Wasser zwingend? Wenn ja, wurde die Variante mit eigenem Frequenzumrichter an jeder Pumpe gewählt?
- Grenzt die Wand des Pumpenraums an einen Wohnbereich? Wurde eine Schwingungsisolierung eingeplant?
- Wurde bestätigt, dass an Ihrem Standort der Zugang zu autorisiertem Service und Ersatzteilen beider Marken gegeben ist?
- Wurde bestätigt, dass kritische Teile wie Platine des Frequenzumrichters und Drucksensor einzeln bezogen werden können?
- Wurden Armaturen, Rückschlagventile und Abgleichorgane zusammen mit der Pumpe dimensioniert? (Details: Ventile & Armaturen)
Ist diese Liste ausgefüllt, ergibt sich die Markenentscheidung meist von selbst. Bleiben nach den Antworten im Programm beide Marken übrig, bleiben nur noch kaufmännische Kriterien wie Serviceerreichbarkeit und Lieferzeit; an diesem Punkt entsteht, welche der beiden Optionen man auch wählt, kein technischer Nachteil.
18Häufig gestellte Fragen
Grundfos oder Wilo – welche Marke ist besser?
Soll man bei der Druckerhöhungsanlage Grundfos oder Wilo wählen?
Ist bei Umwälzpumpen Grundfos oder Wilo effizienter?
Ist Wilo oder Grundfos leiser?
Wie ist das Servicenetz von Grundfos und Wilo in der Türkei?
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Grundfos MAGNA3 und Wilo Stratos MAXO?
Welche Marke soll ich bei der Auswahl einer Druckerhöhungsanlage für ein Mehrfamilienhaus wählen?
Können in einem Projekt Grundfos- und Wilo-Produkte gemeinsam eingesetzt werden?
Kann ich meine vorhandene Pumpe durch das Äquivalent der anderen Marke ersetzen?
Gibt es zwischen den beiden Marken einen Unterschied beim Kavitationsrisiko?
Die Entscheidung „Grundfos oder Wilo?
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